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Kultur kostet. Und zwar viel – zu viel, nach Ansicht so manch eines Kämmerers in Zeiten knapper Kassen. Weil Kultur nicht kommunale Pflicht, sondern, wie es so schön heißt, freiwillige Aufgabe ist, kann der Rotstift hier nach Lust und Laune geschwungen werden. Wuppertal, Oberhausen, Dessau oder Neubrandenburg - bundesweit stehen städtische und freie Bühnen vor dem Aus. Auch das traditionsreiche Kölner Theater der Keller ist betroffen: Ab 2011 soll es keine städtischen Fördermittel mehr erhalten. Ohne diese Gelder aber, so die neue Direktorin PiaMaria Gehle im Interview mit campus-web, gebe es für das kleine Haus keine Zukunft. Konzeptionsförderung 2011-2014 gestrichen Wie viele andere private und freie Theater auch ist das Theater der Keller auf die sogenannte Konzeptionsförderung angewiesen, mit der die Stadt Köln einzelne Spielstätten für jeweils vier Jahre unterstützt. Anfang März hat sich der Kölner Theaterbeirat – ein Gremium aus Vertretern der Stadt und Fachleuten aus dem Theaterbereich – auf einer Sitzung des Kulturausschusses dagegen ausgesprochen, diese Förderung für das seit über 50 Jahren bestehende Theater zu verlängern. Das vom Theater vorgelegte Konzept habe inhaltlich nicht überzeugen können, so die Begründung. Warum gerade jetzt? Dass dieses vernichtende Urteil gerade jetzt gefällt wird, mutet fast schon zynisch an: Nachdem das Theater der Keller in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen hatte – eine langjährige Mäzenin hatte sich zurückgezogen, ein neuer Hausherr horrende Mietforderungen gestellt und die Publikumszahlen waren stark zurückgegangen – geht es seit Beginn der Spielzeit 2009/10 wieder aufwärts: Gleich drei Inszenierungen waren für den Theaterpreis 2009 nominiert, „Maria Stuart“, „Die Banalität der Liebe“ und der als Koproduktion mit den Wuppertaler Bühnen entstandene „König Ödipus“. Zudem wurde eine der Schauspielerinnen der angeschlossenen Schauspielschule mit dem „Puck 2009“ ausgezeichnet, dem Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin. Auch die Publikumszahlen stiegen kontinuierlich an, so dass das Haus im Februar dieses Jahres zu 75 % ausgelastet war. Ein neuer Mäzen ist gefunden und ein günstigerer Mietvertrag ausgehandelt. Nicht zuletzt hat man mit PiaMaria Gehle (32), die ab September Interimsdirektor Herbert Wandschneider ablösen wird, eine renommierte, junge Regisseurin an die Spitze des Theaters berufen. Würde man das Theater der Keller tatsächlich schließen, wären die Folgen für die Stadt verheerend: Die Kölner Kulturszene wäre um eine traditionsreiche Institution ärmer, und knapp 100 Arbeits- und Ausbildungsplätze würden wegfallen. Auch die an das Theater angeschlossene Schauspielschule, die in einem deutschlandweit einmaligen Konzept Ausbildung und Bühnenpraxis eng miteinander verzahnt, sähe dann schwierigen Zeiten ins Auge. Entscheidung fällt im Herbst Offiziell beschlossen ist die Schließung des Theaters freilich noch nicht. Denn erst im Herbst wird der Haushalt der Stadt Köln für das kommende Jahr verabschiedet, und erst dann kann der Kulturausschuss offiziell Stellung beziehen. Das letzte Wort hat dann der Rat der Stadt, der über die Zukunft des Theaters der Keller zu entscheiden haben wird. Ende des Jahres also wird sich zeigen, wie ernst es Oberbürgermeister Jürgen Roters war, als er im Januar betonte, dass „Kultur [...] im Grunde eine Pflichtaufgabe der Kommune“ sei. Bis dahin geben sich die Theatermacher kämpferisch. Ihr Motto für die kommende Spielzeit: „Keller Revolution“. Hier geht´s zum Interview mit PiaMaria Gehle, der designierten Direktorin des Theaters der Keller
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