Unter der Flut von Weihnachtsmärkten, die jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit über Köln herein bricht, hebt sich auch einer der größeren durch spezielle Akzente ab: der so genannte „Heinzelmännchenmarkt“ am Alter Markt.

Rustikales Flair, traditionelles Angebot und überall „lure de Heinzelmännchen öm d‘ Eck“. Der Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, 1820 fand er das erste Mal hier statt. Seitdem gehört er zu den beliebtesten, vor allem bei den Ur-Kölnern, die sich hier durch die historische Aufmachung und das antiquierte Warenangebot an alte Zeiten erinnert fühlen. Doch nicht nur für Alteingesessene, auch für „Neue“ und Gäste ist der Markt einen Besuch wert, vor allem, wenn man ein Faible für das Spezielle hat.

Die Wege in die verwinkelten Gassen weisen Schilder, die mit Namen wie „Krämergasse“ oder „Handwerkergasse“ an längst vergangene Zeiten erinnern. Von den Dächern der kleinen Weihnachtsmarkthäuschen beobachten kleine Heinzelmännchen-Figuren argwöhnisch das Treiben unter ihnen, immer wieder tauchen sie plötzlich zwischen den Dachgiebeln auf. Laut der Legende sind sie die Bewahrer der alten Bräuche, sie sorgen dafür, dass der Markt von jeglichem neumodischen Tand verschont bleibt.

Und offenbar gelingt Ihnen das sehr gut: ein näherer Blick auf die angebotenen Waren zeigt, dass man hier tatsächlich auf Tradition Wert gelegt hat. Da finden sich in der „Krämergasse“ Bürstenmacher, Sattlerei oder Laternenmacher, die mit allerhand an Exquisitem aufwarten, was man sonst nur noch schwer finden kann.

Für die kleinen Besucher sind derlei Attraktionen natürlich vollkommen uninteressant. Ihr Weg führt sie geradewegs in die „Spielzeuggasse“, wo urtypisches Holzspielzeug, handgefertigte Puppen und Puppenkleider sowie weitere Spielwaren, die das Kinderherz in Aufruh versetzen, zu finden sind. Außerdem steht hier auch das kleine Riesenrad, dass Klein wie Groß einen allumfassenden Überblick über den Weihnachtsmarkt gewährt.

In der „Handwerkergasse“ schließlich findet der Liebhaber der schönen Künste sein Seelenheil: diverseste Arten von Kunsthandwerk wollen entdeckt und bewundert werden. Eine Menschengroße Holz-Eule, handgegossene Kerzen, liebevoll verzierte Krippengestalten- ein wahrer Augenschmaus tut sich hier auf.

Wer nach dieser Fülle an Impressionen erst einmal eine kurze Verschnaufpause braucht, sollte direkt weiter in die „Naschgasse“ ziehen: hier findet man die typischen Weihnachtsschmanckerl: Lebkuchen, Spekulatius, gebrannte Mandeln, Kipferln und eben alles, was das vor Freude geöffnete Herz sonst noch erfreuen könnte.

Wer lieber den „derben“ Spezialitäten frönen möchte, gehe zum „Grillhaus“ oder „Zum Geißbock“ und lasse sich mit landestypischen Gerichten verwöhnen. Ob Grillspieß, Räucherfisch oder der gute alte „Rievkoche“- jeder Wunsch kann in Erfüllung gehen. Und wenn es mal gar zu kalt wird, seien die Suppenküche mit ihrem deftigen Angebot oder die Backstuben mit den stets ofenfrischen Backwaren zu empfehlen.

Zu einem runden Mahl darf bekanntlich auch das passende Getränk nicht fehlen. Auf dem Weihnachtsmarkt heißt das: her mit Glühwein und Eierpunsch! Selbstverständlich wurde auch dafür Sorge getragen, an mehreren Stellen findet man entsprechende Stände, die sich permanent großer Beliebtheit erfreuen.

Gestärkt geht es zurück ins Getümmel. In der „Antikgasse“ fühlt man sich ein wenig in die Portobello-Road des frühen 20.Jahrhunderts zurückversetzt: ein alter Oldtimer fungiert als Kaffee-Express und die Händler bieten in ihren kleinen Buden allerhand Antiquitäten und anderes Kleinod aus der letzten Dachboden-Entrümpelung an.

Und immer und immer wieder begegnen einem diese kleinen Schlawiner, die hinter Schildern hervor lugen und einen mit misstrauischen Augen zu mustern scheinen. Die Heinzelmännchen bilden das zentrale Motiv, auch wenn sie manchmal gesucht werden wollen. Ob als Holzskulpturen oder Schildzierden- irgendwie sind sie tatsächlich überall. Sie verleihen dem Ort das spezielle Flair, sie und die traditionelle Aufmachung des Marktes, das rustikale Ambiente.

Wer ein Stück Historie sucht oder in eine vergangene Welt eintauchen will, dem sei der Heinzelmännchen-Weihnachtsmarkt am Alter Markt in Köln wahrlich wärmstens empfohlen!

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