Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit wartet Köln auch nun wieder mit einem Gros an entsprechenden Weihnachtsmärkten auf. Ob klassisch oder ausgefallen- für jeden Geschmack ist das Passende dabei. Eine „kleine Perle“ unter den vielen Angeboten ist der Märchen-Weihnachtsmarkt auf dem Rudolfplatz.

Klein, aber fein kommt er daher: unmittelbar vor dem Hahnentor haben sich rund 60 kleine Häuschen zusammengefunden, die sich schon durch ihre verhältnismäßig schlichte Aufmachung von den „großen“ Weihnachtsmärkten hier in Köln deutlich abheben. Begrüßt wird man unmittelbar neben dem Tor von einem riesigen Weihnachtsmann, der einem freundlich entgegen winkt. Am gegenüberliegenden Eingang tritt man schnurstracks auf den ca. 20m hohen Weihnachtsbaum zu, der sich, ganz dem Markt angepasst, auch eher schlicht mit lediglich einigen Lichtern präsentiert.

Betritt man nun die schmalen Gassen, die , lohnt es sich, den Blick öfters einmal gen Himmel schweifen zu lassen. Soll heißen: ab und an empfiehlt es sich, die Dächer der Buden genauer zu betrachten, denn genau hier findet man die Begründung, warum dieser Markt der „Märchenmarkt“ ist.

Auf den Dächern der Weihnachtsmarkthäuschen thronen kleine Märchenfiguren wie die „Bremer Stadtmusikanten“, die alte „Frau Holle“ oder Max und Moritz. Sogar eine Pumuckl-Szene hat sich an einer Stelle eingeschlichen. Vor allem die Kinder freut’s und mit geradezu Feuereifer sieht man sie nach weiteren Figuren Ausschau halten. Doch auch als Erwachsener findet man schnell Gefallen an den kleinen Besonderheiten, versetzen sie doch so manchen in die Kinderzeit zurück und erzeugen so die ein oder anderen quietschenden Töne, wenn man vor lauter Verzückung nicht weiß, wie man sich ausdrücken soll.

Ein besonderes Highlight- besonders für die kleinen Besucher des Marktes- ist der überdimensionale Adventskalender, den man im Zentrum des Marktes positioniert hat und an dem sich täglich ein neues Türchen öffnet und ein kleines Weihnachtsmotiv Preis gibt.

Auf der kleinen Bühne am Eingang des Hahnentores wurde im hinteren Teil die übliche Krippenszene aufgebaut, davor liest tagtäglich um 16 Uhr die Märchenfee aus dem Repertoire der deutschen Märchenklassiker vor. Ab 18 Uhr findet ein täglich wechselndes Musik-Programm statt.

Das Angebot der Verkäufer kommt allerdings nicht so speziell wie die Thematik des Marktes daher, sondern entspricht dem typischen Weihnachtsmarkt-Sortiment: Kunsthandwerk von klassisch bis kitschig und kleinere Geschenkartikel, welche der gemeine Kölner wohl als „Nippes“ bezeichnen mag. Einen einzigen Ausreißer bietet ein exotischer Stand mit dem Schild „Fantasiefiguren“, der Totenköpfe, schwarze Drachenskulpturen und derlei obskure Kreationen anbietet.

Zwischen diesen Waren-Buden tummeln sich die Süßwarenstände mit allen erdenklichen Weihnachtsklassikern, von gebrannten Mandeln in verschiedensten Geschmacksrichtungen über kandierte und schokolierte Früchte bis hin zum obligatorische Lebkuchenherz. Und selbstverständlich findet man auch die traditionellen Reibekuchen, die Bratwurst und- was niemals fehlen darf- den guten, alten Glühwein sowie andere „erwärmende“ Getränke.

Sieht man jedoch von diesem eher durchschnittlichen Angebot einmal ab, präsentiert sich der Märchen-Weihnachtsmarkt am Rudolfplatz im Großen und Ganzen als eine liebevoll-gestaltete Alternative zu den großen Märkten der Stadt. Die Atmosphäre wirkt familiär und „Verträumt“, „gemütlich“, „verspielt“- sind nur einige Umschreibungen, welche den Besuchern zur herrschenden Atmosphäre einfallen. Klein, fein- schau doch mal rein…


Weiter geht die Weihnachtsmarkttour: Der Heinzelmännchenmarkt

Artikel drucken