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An vielen Badeseen der Region weht sie wieder: die Fahne, die den aufs Wasser blickenden Adler zeigt – das Sinnbild der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Die Rettungsschwimmer der DLRG haben in den Sommermonaten wieder viel zu tun – dank dem schönen Wetter und einigen unvorsichtigen Badegästen. Im Jahr 2008 leisteten die Rettungsschwimmer der DLRG 7296 Mal Hilfe im Wasser und retteten dabei 519 Menschen das Leben. Trotzdem ertrinken in Deutschland ungefähr 500 Personen pro Jahr – etwa 75% an Binnengewässern wie Seen und Flüssen, aber nur etwa 4% an den deutschen Küsten. Ein Ausflug an den Badesee scheint also ein gefährliches Vorhaben zu sein. Auf welche Dinge man bei einem Besuch am Badesee achten sollte, um einen Badeunfall zu verhindern, erklärte uns Julia Braun von der DLRG-Ortsgruppe Düren. campus-web: Welche Gefahren gibt es in Badeseen? Julia Braun: Es gibt zum Beispiel Strömungen, die einen unerfahrenen Schwimmer überraschen können. Innerhalb des Sees und der einzelnen Wasserschichten schwankt die Wassertemperatur zudem oft, was zu Kreislaufschwierigkeiten führen kann. Auf dem Seeboden wachsen außerdem oft auch Schlingpflanzen, in die sich ein Schwimmer verfangen kann. Allerdings werden solche Schlingpflanzen in vielen Seen abgemäht. Doch auf dem Boden lauern noch andere Gefahren wie spitze Steine, die häufig zu Schnittverletzungen führen. Im Wasser ist auch eine Unterkühlung des Schwimmers möglich. Einige Schwimmer überschätzen zudem ihre eigenen Kräfte und können nicht mehr ohne Hilfe an das Ufer zurückgelangen. Ein zu langer Aufenthalt im Wasser kann aber auch einen Sonnenbrand, einen Sonnenstich oder sogar einen Hitzschlag hervorrufen. cw: Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Ursachen für Badeunfälle? Julia Braun:Kinder unterschätzen oft die Entfernung zum Ufer, Schnittverletzungen durch spitze Steine sind je nach Beschaffenheit des Seebodens auch sehr häufig. Außerdem finden wir immer wieder Personen mit einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag vor. Auch Krämpfe, zum Beispiel in den Waden, sind häufige Ursachen für Badeunfälle. cw: Was sollte man besonders beachten, wenn man mit Kindern am Badesee ist? Julia Braun: Man sollte Kinder nie unbeaufsichtigt im Wasser spielen lassen. Sie können weder ihre Kräfte noch Entfernungen richtig einschätzen. Generell sollte man Kinder nicht zu lange im Wasser spielen lassen, da sie auch leicht unterkühlen. Ansonsten gilt für Kinder das gleiche wie für Erwachsenen auch: genügend trinken und essen und sich vor der Sonneneinstrahlung schützen. cw: Wie sollte man sich verhalten, wenn man sieht, dass ein anderer Badegast ertrinkt? Julia Braun: Als erstes muss man unbedingt die Rettung alarmieren. Das können die Rettungsschwimmer von der DLRG oder andere Badeaufsichtspersonen sein. Generell sollte man nur ins Wasser springen und versuchen dem anderen Badegast zu helfen, wenn man es sich auch wirklich zutraut. Es ist besser, nicht direkt auf den Ertrinkenden zuzuschwimmen, sondern immer einen Abstand von circa zwei Metern zu halten. Da der Ertrinkende oft in Panik ist und sich an dem Helfer festklammern würde, könnte er den Helfer ertränken. Wenn man als Helfer irgendetwas zur Hand hat, das schwimmt, zum Beispiel eine Luftmatratze oder einen Ball, ist es sinnvoll dies dem Ertrinkenden zuzuwerfen, damit er sich daran festhalten kann. Außerdem ist es wichtig, den Ertrinkenden zu beruhigen. cw: Gibt es Signale, ähnlich wie die Fahnen am Meer, auf die man am Badesee achten sollte? Julia Braun: Nein, solche Fahnen benutzen wir an Badeseen nicht. Generell gilt: wenn der See geöffnet hat, ist das Schwimmen in den gekennzeichneten Gebieten erlaubt. Die einzige Ausnahme ist ein heranziehendes Gewitter. Dann wird eine Durchsage gemacht und alle Badegäste sollten das Wasser so schnell wie möglich verlassen und einen sicheren Unterstand aufsuchen.
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