campus-web: Wie kamst Du auf die Idee, einen Flohmarkt hier in der Bonner Altstadt zu organisieren?

Felix Klemme: Die Idee kam eigentlich über eine Freundin von mir. Sie wohnt in München und erzählte, dass dort am Wochenende ein Hinterhofflohmarkt stattfindet. Sie erklärte mir, was das ist und wie das funktioniert und da habe ich mir gedacht: „Hey, geil, das kann man hier bestimmt auch gut machen.“ Ich selbst wohne seit etwa drei Jahren hier in der Altstadt und kenne kaum Hinterhöfe. Das ist, was ich an der Idee so schön finde: man kann die anderen Hinterhöfe kennen lernen und dabei noch seinen eigenen Kram verkaufen. Für die Leute ist das auch praktisch, weil man nicht bis in die Rheinaue gurken muss, sondern alles vor der Tür steht.

campus-web: Auf der Facebook-Seite des Bonner Altstadtflohmarkts konnte man lesen, wie überrascht Du angesichts der vielen angekündigten Teilnehmer warst. Hast Du das Gefühl, dass das Ganze eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat?

Felix Klemme: Ja, das war schon geil. Ich selbst habe vor ein paar Monaten meinen Facebook-Account gelöscht und deswegen zunächst alles über Flyer beworben, die ich hier in den Straßen verteilt habe. Nur fiel mir dann auf, dass so zwar alle in der Altstadt bescheid wissen, aber niemand darüber hinaus. Ich habe daher ein paar Zeitungen angeschrieben und war auch beim Uni-Radio. Das war soweit ganz cool, aber ich wollte noch mehr Leute erreichen. Und dann hatte ich die Idee, das eben über Facebook zu machen. Also habe ich mir einen neuen Account eingerichtet, mit dem Vornamen Bonner und Nachnamen Altstadtflohmarkt. Zuerst habe ich alle meine Freunde kontaktiert und sie gebeten es allen weiterzusagen. Und dann waren es – das war superkrass – innerhalb von 3 Tagen schon ein paar hundert Leute, die daran teilnehmen wollten. Schließlich sind innerhalb dieser 2 ½ Wochen, in denen es den Account gibt, immerhin über 2000 Menschen kontaktiert worden. Und das ist natürlich ein unschlagbarer Verteiler. Und jetzt klar – Eigendynamik. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht. Es kommen jede Menge Leute hier hin, die vielleicht vorher noch nichts von dem Flohmarkt wussten und die dann denken „Ey, geil hier“ und es dann so weitersagen.

campus-web: Du weißt also selbst nicht, wer hier was, wo verkauft?

Felix Klemme: Genau. Das ist hier jedem frei. Ich selbst bin überrascht, wie viele hier doch mitmachen.

campus-web: Nur überrascht oder auch zufrieden?

Felix Klemme: Ich bin total begeistert. Es ist superschön zu sehen, dass viele mitmachen und es echt auch angenommen wird. Alle Leute, mit denen ich bisher gesprochen habe, haben gesagt, dass sie die Idee sehr gut finden und es auch toll fänden, wenn das hier weitergeht.

campus-web: Was machst Du im richtigen Leben?

Felix Klemme: Ich habe an der Sporthochschule Köln studiert und bin Diplom-Sportwissenschaftler. Jetzt bin ich selbstständiger Personal Trainer und führe eine Sportdienstleistungsagentur… und werde in zwei Wochen 30 (lacht). Ich liebe Bonn! Ich bin seit drei Jahren wieder hier und sozusagen Wahl-Rückkehrer-Bonner. Ich habe einfach Lust viel in Bonn anzugehen, weil ich denke, dass es hier supercoole Leute gibt und die Mentalität einfach genial ist. Gerade in der Altstadt kann man, meiner Meinung nach, viel auf die Beine stellen. Generell meine ich, dass Bonn ein bisschen kulturarm ist und man hier sehr viel mehr machen kann. Es fehlt eben der gewisse Kick. Bonn ist eine junge Stadt. Es gibt unglaublich viele Studenten und es ist wirklich schade, dass viele immer nach Köln fahren, um feiern zu gehen. Gut, in Bonn gibt es vielleicht nicht so viele Feiermöglichkeiten, aber dafür kann man schon einige coole Sachen hier machen. Und es wäre einfach schön, wenn sich einfach jeder ein bisschen mit einbringt.

campus-web: Das klingt hoch motiviert. Bist Du auch politisch aktiv?

Felix Klemme: Nein, ich bin politisch gar nicht aktiv. Ich bin einfach ein kleiner kreativer Kopf, der Sachen auch einfach mal umsetzt. Und ich glaube, dass das bei vielen Leuten das größte Problem ist – viele haben gute Ideen, aber die wenigsten machen etwas daraus. Man muss es einfach probieren. Das hier hätte heute auch total in die Hose gehen können, aber wie man sieht, sind alle mehr als zufrieden.

campus-web: Felix, ich danke Dir für das Gespräch. Gibt es etwas, das Du zum Schluss noch loswerden möchtest?

Felix Klemme: Es wäre super, wenn sich die Leute auch auf dem Facebook-Profil noch einmal bei mir melden, mir am besten eine Freundschaftsanfrage schicken. Darüber habe ich dann einen super Verteiler und kann beim nächsten Mal viel schneller und viel einfacher Leute kontaktieren. Und je mehr kommen und je mehr mitmachen, umso größer ist auch der Erfolg für jeden der dabei ist.


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