Als Hexe hat man es in der Walpurgisnacht wahrlich nicht leicht. Auf der Straße wird man blöd angeguckt, für die Clubs stimmt der Dresscode nicht und vor Feuern sollte man sich als Rothaarige mit Spitzhut auch lieber fern halten.

So war es auch nicht verwunderlich, dass die Hexen NRWs sich mit ihren Begleitern scharenweise auf dem Hexentanz zu Burg Satzvey einfanden. Wer sich ein wenig für Mittelaltermärkte interessiert, wird das schöne Gemäuer vermutlich kennen, denn der Ort ist vor allem im Sommer ein wahrhaftes Pilgerziel für alle Freunde der alten Zeiten. Viele Händler und Gaukler fanden sich auch am Hexentanz ein und vor allem die Gerüche der unterschiedlichsten Kochstände sorgten für eine erhöhte Speichelproduktion und einen sich rasant leerenden Geldbeutel.

Dieser wurde von Anfang an kräftig strapaziert, denn trotz aller Liebe zum Event darf der saftige Eintrittspreis von 20 Ocken nicht unerwähnt bleiben. Natürlich wurde für das Eintrittsgeld einiges geboten, doch die Tatsache, dass die groß angekündigte Abendshow eindeutig nur von der überfüllten und noch zusätzlich kostenpflichtigen Tribüne aus gesehen werden konnte, stellte schon einen erheblichen Wehrmutstropfen dar. Da sollte unbedingt nachgebessert werden.

Wer die Show nicht sehen konnte, musste sich trotzdem nicht langweilen, denn es gab auch ein pralles Alternativprogramm. Die Folkrocker „Schelmisch“ gaben ihre derben Lieder zum besten, wobei sie die E-Gitarren lieber in den Koffern hätten lassen sollen, denn als Rockband taugt der sonst „unplugged“ sehr überzeugende Haufen nicht viel. Deutlich besser machten es zu späterer Stunde die Recken von „Spekulatius“. Bei einem Horn voll Met und einem deftigem Ritterspieß durfte man die Musiker in einem sehr liebevoll eingerichteten Innenhof der Burg abfeiern. Da wurde gegaukelt, dass sich die Narrenschuhe einrollten.

Den Höhepunkt des Abends bildete zweifelsohne das um Mitternacht entfachte Hexenfeuer, dessen Ausmaße gigantisch waren. Der viele Meter hohe Scheiterhaufen strahlte eine derartige Hitze aus, dass man selbst noch in einigen Metern Entfernung das Gesicht abschirmen musste. Dermaßen aufgewärmt wagte sich auch ein zahlreiches Publikum zu einem prächtigen Tanz um das Feuer herum. Als die Musiker mit ihren Dudelpfeifen und Trommeln sich zu diesem bunten Treiben hinzugesellten, war der Anblick wahrlich verzaubernd.

Bis auf einige Mängel war es für all diejenigen, die den Mai in einer besonderen Umgebung empfangen wollten ein perfekter Abend.


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