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campus-web: „ Hinter dem Rheinpunk Festival steckt mehr als ein gewöhnlicher Konzertabend?“ Party: „Ich finde die Subkultur im Rheinland krankt in den letzten Jahren ein bisschen. Konzerte finden zwar ständig in Jugendzentren oder kleinen Clubs statt, aber die sind extrem schlecht besucht. Entweder sind sie den Leuten zu teuer oder sie kennen die Bands nicht. In Form eines Festivals kann man Bands, die ein bisschen bekannter sind und neue Bands an den Start bringen. Dadurch bekommen Newcomer die Chance, sich mit einer richtigen Anlage auf einer großen Bühne zu präsentieren.“ campus-web: „Das kostet alles Zeit und Geld. Wer unterstützt Dich?“ Party: „Ich organisiere das Festival zum ersten Mal und bis jetzt noch alleine. Allerdings habe ich bisher ein bisschen Unterstützung von den Leuten, die auf dem Plakat stehen, bekommen. "Abgefuckt liebt Dich" ist eine Onlinecommunity, die für mich Werbung gemacht hat. Mit dem Deutschpunk-Label "Plastic Bomb" hatte ich eine Kooperation: Die haben mit zwei Bands Interviews geführt und auf ihrer Seite veröffentlicht. Und "Hulk Räckorz", das Label meiner eigenen Band, hat für mich Flyer gedruckt und bezahlt.“ campus-web: „Welche Steine haben sich Dir in den Weg gelegt?“ Party: „Das Schwierigste war die Location. Vor einem knappen Jahr hatte ich die Idee, ein Festival zu machen. Ich habe dann als allererstes bei der Werkstatt angefragt, aber die haben am Wochenende eigentlich immer Partys. Es war also unmöglich hier einen Termin zu kriegen. Ich hatte dann eine Location in Bonn, aber die sind abgesprungen. Deshalb hab ich nochmals bei der Werkstatt nachgefragt und bei denen ist eine Party ausgefallen. Ich hatte also Glück. Ansonsten lief die ganze Organisation relativ gut und wenn das heute Abend so weiterläuft, bin ich echt zufrieden. “ campus-web: „Warum war gerade die Werkstatt deine erste Wahl?“ Party: „Ich persönlich finde die Werkstatt cooler als das Underground, weil der Laden für Konzerte besser geschnitten ist. Außerdem hat einfach alles für etwa 400 Leute gepasst. Es gibt in Köln nicht so viele Läden in dieser Größe. Außerdem sind in der Werkstatt eine feste Anlage und Techniker, so dass man einen vernünftigen Sound hat. An der Kasse ist einer von meinen Leuten und ich habe eine Art Stagemanager, der dafür sorgt, dass alles einigermaßen im Zeitplan bleibt. Jede Band hat vorgegeben bekommen, wie lange sie spielen darf und wir haben ganz knappe Umbauzeiten. Da muss schon einer drauf gucken. Sonst sind wir noch morgen früh um fünf hier. Dann macht’s den Bands auch keinen Spaß mehr zu spielen.“ campus-web: „Nach welchen Kriterien habt ihr die Bands denn ausgewählt? Party: „Danach, wen und was ich mag. Meine Band Outsiders Joy hat mit den meisten schon zusammengespielt. Das ist also ein Freundschaftsding. Vielleicht ist es klüger, sich Bands zu holen, die viele Leute mitbringen, weil sie gerade angesagt sind. Aber ich will auch meinen Spaß haben. Der Gedanke ist nicht kommerziell.“ campus-web: „Du spielst heute selbst. Was hebt euch von den anderen Bands ab?“ Party: „Abheben würde ich überhaupt nicht sagen. Ich finde, dass die Punkbands heute Abend alle ein bisschen unterschiedlich sind. Keine ist wie die andere. The Bleeding Valentines sind sehr poppig und klingen ein bisschen nach Green Day. Fahrlässig machen Deutschpunk im klassischen Sinne, bringen aber sehr viel Melodie und ein brachiales Schlagzeug mit ein. Rockwohl Degowski machen auch melodischen Punk, aber nur mit deutschen Texten. Jetzt spielt gerade die Polit-Punk-Band Keine Ahnung. Von uns – also Outsiders Joy - sagen immer alle, wir klingen ein bisschen wie WIZO und The Lost Lyrics sind sehr melodiös und machen deutschen Punkrock, nicht Deutsch-Punk, wie sie immer selbst betonen. Außerdem haben wir noch zwei SKA-Bands da. Outsiders Joy sind heute also nicht der ausgefallene Act. Es passen einfach alle zusammen und sind eine gute Mischung.“ campus-web: „Das Rheinpunk Festival bleibt keine einmalige Sache, oder?“ Party: „Wenn ich finanziell ein großes Minus damit mache, kann ich’s mir nicht leisten, ein Mal im Jahr so ein Festival zu machen und drauf zu zahlen. Aber, wenn sich das selbst trägt und die Leute es annehmen, fände ich es schon cool, wenn sich so ein Festival hier in Köln etablieren würde.“
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