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Ein sonniger Herbsttag in Berlin, damals. Nachdem die kalifornische Indiefolk-Band, die gerne mit Arcade Fire verglichen werden, am Samstag hier in Berlin ihr einziges Deutschlandkonzert absolviert haben, stehen Sie nun, stilecht im Ramones-Museum, für Fragen zur Verfügung. Mit mir an den Kaffeetische setzen sich Sänger und Gitarrist Taylor Rice, Drummer Matt Frazier und Bassist Andy Hamm. Ausgeschlafen sehen sie aus, und das schöne Wetter tut wohl sein Übriges, um ein entspanntes Lächeln in die Gesichter zu malen. campus-web: Ihr seid ja inzwischen seit Samstag hier und hattet gestern einen freien Tag. Habt Ihr euch denn die Stadt angeschaut? Matt: Ja, am Samstag haben wir die Chance genutzt. Es war so etwas wie eine kleine Feier, weil es die allerletzte Show unserer Tour war, die ja über einen Monat ging, wobei wir zwischen drin eigentlich gar keine Freizeit hatten. Und da haben wir das Berliner Nachtleben ausgenutzt, deshalb haben wir am Sonntag erstmal ausschlafen müssen so bis fünf, sechs Uhr nachmittags. Taylor: Ich war der einzige, der es am Sonntag ein bisschen früher aus dem Bett geschafft hat und hab mir die Mauerreste angeschaut und ein paar Bezirke, ich fands toll. Ich hatte davor nicht wirklich eine Vorstellung, wie groß die Stadt wirklich ist. cw: Für den Anfang ein wenig Bandgeschichte. Wie habt ihr Euch denn kennen gelernt und wie seid ihr zu einer Band geworden? Taylor: Also, ich habe Ryan und Kelsey (die anderen beiden Bandmitglieder, die im Hintergrund vor ihren Laptops sitzen), vor Ewigkeiten kennen gelernt, in der Schule vor etwa acht Jahren.Matt und Andy sind vor etwas über drei Jahren dazu gestossen. Wir waren damals noch in der Schule, in der Uni oder haben gejobbt und die Band nebenher laufen lassen. Vor etwas über einem Jahr haben wir beschlossen, dass die Band an erster Stelle stehen sollte, dass das ist, was wir machen wollen. Also haben wir alles andere sein lassen und sind zusammen in ein Haus gezogen, haben das Album aufgenommen und hier sind wir. cw: Und das Album „Gorilla Manor“ habt ihr nach eurem gemeinsamen Haus benannt. Taylor: Genau. Ab dann kam alles irgendwie zusammen und die Band wurde zu dem was sie jetzt ist. cw: Eure Musik scheint ja von verschiedensten Einflüssen geprägt. Wo liegen denn eure musikalischen Wurzeln? Matt Das ist eine wirklich breite Spanne, was, wie wir hoffen, auch unserer Musik anzuhören ist. Das geht von sehr harmonischer, Melodie-basierter Musik zu dynamischerer Musik, sogar sowas wie Weltmusik oder Punk. Ich glaube deshalb haben wir auch so lang gebraucht um unseren eigenen Sound zu finden. Fünf verschiedene Köpfe, die versuchen dreißig verschiedene Stile zu vereinen. cw: Wie funktioniert denn bei Euch das Songschreiben? Wenn jeder andere Ideen hat, kann das wahrscheinlich auch schwierig sein, alles unter einen Hut zu bringen. Taylor: Ja, richtig. Alles was wir machen ist kollaborativ und funktioniert auf einer demokratischen Basis. Das Wichtigste ist ist immer erst die Struktur des Songs. Das dauert manchmal schon ein bisschen länger und kann auch mal nerven, aber am Ende ist dann eigentlich immer jeder zufrieden mit dem Ergebnis. Andy: Wie das ganze funktioniert, ist aber immer unterschiedlich. Mal kommt einer von uns mit der Idee für die Hauptmelodie, mal hat ein anderer den fertigen Rhythmus im Kopf, mal ist es nur ein einzelnes Gitarrenriff, auf dem wir dann gemeinsam aufbauen. cw: Die Artwork habt ihr bei eurem Album auch selbst in die Hand genommen. Ist Euch die DIY-Herangehensweise wichtig oder wolltet ihr alles unter Kontrolle haben? Andy: Ja, wir sind schon alle kleine Kontroll-Freaks, aber nicht auf schlechte Weise. Wir sind alle so involviert in das Projekt, unser Projekt, da ist es ja nur natürlich dass man sich in allen Bereichen irgendwie einbringen will. Außerdem kennen wir uns alle auch ein bisschen mit Grafik aus. cw: Ein Video gibt es aber noch nicht, oder? Taylor: Ja, doch, gerade heute ist das Video zum Song „Camera Talk“ in der UK rausgekommen. Das war eine Produktion mit einem winzigen Budget, eigentlich gar keinem. Wir haben zusammengeschmissen dafür, das ist unser allererstes richtiges Musikvideo. cw: Oh. Und hattet ihr da auch eure Finger mit in Spiel? Matt: Nein, das haben wir in fremde Hände gegeben. Keiner von uns kennt sich damit wirklich gut aus, wir sind ja keine Videoregisseure. cw: Und ihr hattet auch keine Geschichte zum Sing im Kopf, die ihr gerne auf eine bestimmte Art umgesetzt gesehen hättet. Matt: Nein , nicht wirklich. Wir wollten nur irgendwas funkelndes und haben dann diesen Typen gefunden, der gesagt 'Hey ich kann was für Euch machen' und das hat er dann getan und das was dabei rausgekommen ist, gefällt. Andy: Sowas wie eine Anti-Bearbeitungs-Bearbeitung. Anti-Bearbeitungs-Bearbeitung? Wie sowas wohl aussieht? Bitteschön: Das Album "Gorilla Manor" erscheint nächste Woche. ***Hier geht's weiter zu Teil II***
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