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We Were Promised Jetpacks sind mit ihrem Debüt auf dem Vormarsch - und auch in Deutschland auf Tour. Unsere Redakteurin Annekathrin Rapsch hat sie sowohl auf der Bühne gesehen als auch ein Gespräch mit den vier Jungs geführt. campus-web: Ihr seid das erste Mal in Deutschland. Heute war Euer zweites Konzert hier. Hat es euch in Köln gefallen? Adam: Sehr, sehr gut. Wir haben es echt geliebt. Es war großartig. Darren: Manchmal haben wir gut zu tun, aber es gibt auch Konzerte mit nur 15 Leuten und so dachten wir, hier wären auch nur 15 Leute oder so. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet. Aber vor so einer Menge zu spielen, ist das Größte. campus-web: Wie ist es in Schottland? Ausverkaufte Häuser? Adam: So viele Leute kommen nicht. Wir sind besonders oft in Edinburgh, unserer Heimatstadt. In Deutschland singen und tanzen die Leute aber mehr auf unseren Konzerten. Darren: In Schottland sind die Leute eher betrunken. Wir waren überrascht, dass die Leute hier unsere Songs mitsingen können. campus-web: Und wieso spielt Ihr in Deutschland? Wer hat das entschieden? Adam: Wir haben einen Agenten, der bucht das und wir machen einfach das, was er sagt. campus-web: Habt Ihr vorher was über Deutschland gehört? Darren: Ich hab mal in Köln gewohnt. campus-web: Sprichst Du denn deutsch? Darren: Ein bisschen. Adam: Hallo. Ich habe kleine Katze. campus-web: Wie ist es mit dem deutschen Publikum? Adam: Großartig. Wir hatten sogar einen Moshpit. Jemand ist echt umgefallen. Da waren ein paar Mädels ganz vorn und ein paar schwere Typen hinter ihnen. Wir haben nur gedacht: Mist, die fallen direkt in die Bühne. Und wir haben doch versucht, nett und großartig zu sein. Es gab fast einen Unfall, aber das ist eben Rock 'n' Roll. campus-web: Habt Ihr Freundinnen oder gibt es Groupies? All together: Ooooh... Michael: Da gibt es vier Frauen – unsere Mütter und ihre Partner. Morgen Abend kommen sie nach Berlin. Wir sind alle 21, 22 Jahre alt, sind also alt genug, hier ohne unsere Eltern zu sein. Nur einer hat eine Freundin – Michael. campus-web: Und die anderen warten auf die Groupies? Adam: Wo sind die Groupies? Wir warten seit sechs Jahren auf sie! Wo sind sie? campus-web: Habt Ihr Zeit, Euch die Städte anzugucken, wenn Ihr auf Tour seid? Darren: Heute waren wir auf dem Dom. Der ist wirklich hoch und es war großartig. Aber dann hat es angefangen zu regnen und wir sind abgehauen. Es war jedenfalls ein wunderbarer Ausblick. campus-web: Ihr habt Euch ja in der Schule getroffen. Seid Ihr immer noch die gleiche Besetzung? Michael: Ja, wir sind immer noch die gleichen Leute – und beste Freunde. Adam: Wenn wir auf Tour sind, ist das für uns wie Urlaub, egal wo wir spielen. Ich bin auch gern im Hotel. Da zu übernachten, die Seife zu benutzen – toll. Darren: Und es gibt immer was zu tun auf Tour. Adam: Dazwischen liegt immer viel Zeit. Erst haben wir unser Album beendet und jetzt sind wir auf Tour. Es ist einfach nur Spaß und man muss nicht viel nachdenken. Einfach nur Spaß haben und trinken. Die Entscheidung, die du jeden Abend treffen musst: Soll ich was trinken oder nicht? campus-web: Wie ist das beim Songs schreiben? Gibt’s da künstlerische Streitigkeiten? Adam: Ich beginne meistens, die Songs zu schreiben und es ist erstmal nur eine Idee. Ab einem gewissen Punkt arbeiten wir alle zusammen und wir beenden einen Song nie, bevor jeder von uns zufrieden damit ist. Wir sind immer voll überzeugt von unseren Songs und mögen sie wirklich. campus-web: Was ist mit dem Album-Cover? Habt Ihr das selbst ausgesucht? Adam: Wir wollten, dass Leute das Cover sehen und denken, das muss gute Musik sein. Ein Typ namens Dave Thomas hat das Foto gemacht. Er ist großartig, absolut brillant. Michael: Als er von da zurückkam mit diesem Foto, sagten wir einfach nur: Ja – das ist großartig Dave, vielen Dank. Darren: Er hat uns erzählt, dass er da war. Es war eine Art Armee-Trainingsgebäude. Da lebt niemand drin. Es sind alte Bretterbuden in England. Adam: Während des Krieges, als die Stadt besetzt war, hatten sie dort dieses Armeelager, das man nicht stürmen konnte. Und nach dem Krieg zogen die Soldaten einfach aus, nichts änderte sich. Alles war noch voll mit Waffen und jetzt sind die Häuser zwei Tage im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Aber da ist nichts drin – die Räume sind voll mit leeren Dingen. Das Einfachste ist eben offensichtlich. all: Ja, bei unseren Eltern. Wir haben unsere Schlafzimmer die Treppe rauf campus-web: Würdet Ihr nach London oder woanders hinziehen? Adam: Nein. Wir waren in London, es ist toll, aber wir wollen dort nicht leben. Michael: Wir haben unsere Eltern in Edinburgh, die machen uns jeden Nachmittag um fünf den Tee. Wer soll das in London machen? Da krieg ich Heimweh. campus-web: Was habt ihr gemacht, bevor Eure “echte” Karriere angefangen hat? Darren: Wir waren an der Uni. Ich habe in Köln "European Film and Media West German" studiert. Ich hab auch einen Film gemacht, der war aber nur anderthalb Minuten lang. Keine Ahnung, wo der jetzt ist, irgendjemand hat ihn wohl. Adam: Ich hab Politik studiert, wollte aber kein Politiker werden – auf gar keinen Fall, das ist so ein harter Job. Sean: Ich hab Mathe studiert. campus-web: Oh mein Gott. Sean: So reagieren die Leute immer, wenn sie das hören. Aber ich habs einfach gemacht. campus-web: Schreibst Du denn jetzt die Rechnungen oder machst Du den Steuerkram? Sean: Nein, nein, ich mache gar nichts. (lacht) campus-web: Habt Ihr schon Pläne für die nächste Europatour? Adam: Da wird es wohl Pläne geben, aber wir sind für gewöhnlich die Letzten, die davon erfahren. Einer unserer Manager oder irgendjemand sagt uns, wo wir hingehen. Irgendwer sagt uns das ganz zufällig. Darren: So war das auch mit Deutschland. Wir haben's gehört und dachten uns: Oh, hat uns zwar keiner gesagt, aber jetzt haben wir ne Tour im September in Deutschland. campus-web: Habt Ihr spezielle Fans in Deutschland? Gibt es da Kontakte? Adam: Gestern haben wir in Münster gespielt und danach kamen einige Leute, die haben uns gefragt, ob wir mit ihnen ein Bier trinken wollen. Das hat uns vorher noch keiner gefragt. campus-web: Was ist mit Euren Vorbildern? Ihr nennt da Bands wie Franz Ferdinand and Frightened Rabbit, sehr moderne Bands. Hört Ihr auch ältere Musik? Michael: Es ist schwierig, was zu erreichen, wenn du weißt, dass es nicht so viele Alben gibt, die es verdienen. Adam: Ich weiß nicht, wenn die Leute sagen, Led Zeppelin ist großartig. Ich hab versucht, ihn zu hören, aber ich mags nicht. Wir wissen auch nicht genau, was Postpunk eigentlich ist, es ist einfach so passiert. Wir klingen so, wie wir möchten, sehr modern. campus-web: Was ist mit Eurem sehr langen Bandnamen? Wie seid Ihr darauf gekommen? Michael: Gute Geschichte. Es ist wirklich schwierig, einen Bandnamen zu finden. Erst mochten wir den gar nicht so sehr. Wir dachten eine ganze Weile nach und konnten uns einfach nicht entscheiden. Es war nicht so einfach, das kann man nicht richtig beschreiben. Wir haben versucht, etwas zu finden, das Aufmerksamkeit erregt. Es wäre ja ärgerlich, den Leuten zu erklären, dass dein Bandname "The Hairdressers" ist. Adam: Wir mögen es nicht, wenn die Leute versuchen, unseren Namen zu analysieren oder zu viel darin zu lesen. Wir haben da was auf einer amerikanischen Website gelesen. Es ist lächerlich, wie pathetisch wir wären. Ich finde es lustig. Wir machen uns nicht so viele Gedanken über unseren Bandnamen. Er ist einfach schräg. campus-web: Wie sehen Eure Zukunftspläne aus? Adam: Frauen, Kinder (lacht). Wir haben schon einen neuen Song, der ist zu 80% fertig. Wenn wir unsere Gigs spielen, müssen wir uns richtig zurückhalten, ihn noch nicht zu spielen, aber wir wollen ihn fürs nächste Album aufsparen. Wir fühlen uns sehr wohl jetzt mit der Art von Band, die wir sein wollen. Wir sind sehr glücklich mit dem Album und fühlen uns mehr und mehr als "richtige" Band, die ein Studio nutzt und wir werden selbstbewusster. Es ist schwierig, weil wir sehr viel über unsere Songs nachdenken. Aber die Erwartungen an unser nächstes Album regen uns nicht zu sehr auf. Wir wollen einfach nur richtig spielen. Up for the english version? There you go.
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