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Das kalifornische Quartett bestreite gerade eine eine Europatournee die es in sich hat, im ZickZack-Kurs ging es von Paris nach Hamburg nach Amsterdam nach Berlin. Der Aufenthalt in Köln hat den ersten freien Tag seit langem mit sich gebracht, und so trifft campus-web bei Sonnenschein und Limo auf eine mehr als entspannte Band. Gitarrist und Keyboarder Steven Chan, Drummer Daren Taylor und Violinistin Anna Bulbrook haben einen Tag voller Sightseeing hinter sich, Anna hat sich lebensgroße Einhörner in der nahe gelegenen Art Cologne -Ausstellung angeschaut, und Daren hat die Kölner Eigenschaft, eine Kneipe neben die andere zu bauen, sehr zu schätzen gelernt.
campus-web: Hallo! Schön dass ihr für uns Zeit habt. Wie geht’s Euch?
Daren: Super, ich mag Köln. Und wir hatten ja den ersten freien Tag seid langem heute. Ich hab Eis gegessen. Und Kneipen kennengelernt.
cw: Schön! Und es läuft ja auch gerade ganz gut für Euch, oder? Auf eurer Homepage war zu lesen, dass ihr letzte Woche No.#1 Heatseeker der Billboard Charts geworden seid. Gratulation! Aber was bedeutet das eigentlich?
Daren: Ja gute Frage, also ich glaube das bezieht sich auf die Plattenverkäufe in einer Woche und nicht auf Radio-Airplays.
Anna: Wir haben in einer Woche mehr CDs verkauft als Bands, die in der Top 100 sind. Oder so ähnlich. Diese Chartsache ist ja schrecklich kompliziert.
cw: Was denkt ihr über das Web 2.0, Segen oder Fluch?
Steven: Auf jeden Fall ein Segen, das Internet ist unsere wichtigste Kommunikationsbasis. Wir checken ständig unsere MySpace-Seite und antworten denen die uns schreiben. Das ist toll, so direkt kommunizieren zu können. Und Anna treibt sich ständig bei Facebook rum.
Anna: Es gibt tatsächlich eine belgische Fangruppe bei MySpace mit über 500 Leuten, dabei waren wir gerade neulich zum allerersten Mal überhaupt da für ein Konzert. Außerdem fungiert das Internet ja auch als hervorragende Plattform, vor allem für Musiker. Die Allmachtstellung von Labels als Aussortierer fällt ein bisschen weg, im Internet kann jeder seine Musik veröffentlichen. Und nach den Labels kommt ja eigentlich auch noch sowas wie Radio als zweite Mauer, die durchbrochen werden muss, bevor man gehört werden kann.
cw: Ist MySpace auch eure Quelle für neue Musik?
Steven: Ja genau, für das Rumstöbern im Plattenladen haben wir keine Zeit, da ist das eine ganz gute Alternative. Neulich haben wir 30 Shows an 30 Tagen hintereinander gespielt, da haben wir immer versucht, unsere Vorband wenigstens ein bisschen kennen zu lernen. Das hat aber zeitlich nicht hingehauen.
cw: Also kennt ihr die von heute auch nicht?
Anna: Nee, Du?
cw: Nein. Ich glaub die kommen aus Hamburg (...heißen Silvester und klingen wie ein schreckliches Potpourri aus Juli und Silbermond, wie sich später herausstellen wird).
cw: Was wäre denn die Vorband eurer Träume?
Steven: Irgendwer bekannter als wir. U2. Oder die Rolling Stones. (Drummer Daren setzt an, um eine emotionale Version des Rolling Stones-Hits 'Honky Tonk Woman' zum Besten zu geben, was von den kurzzeitig sehr ignoranten Interviewführenden leider nicht wiedererkannt wird. Hups.)
cw: Mir ist neulich der Begriff 'Indiestream' begegnet, der sich auf die ganzen vielen ('The')- Bands bezieht, die alle ähnlich klingen und den neuen Mainstream formieren. Was sagt ihr dazu, habt ihr das Gefühl dass Musik, auch die abseits der Charts, gleichförmig geworden ist?
Anna: Nein, das finde ich eigentlich nicht. Natürlich ist man, wenn man Musik macht, nicht in einem Vakuum und immer äußeren Einflüssen ausgesetzt, die sich vielleicht auch in der eigenen Musik niederschlagen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Band versucht, wie eine andere zu klingen, um 'Indie' zu sein.
Steven: Außerdem gibt es ja so viele verschiedene Genres wie noch nie, Emo, Sreamo und wie sie alle heißen. Ich glaube nicht, dass zu Zeiten von 'The Clash' so viele verschiedene Musikrichtungen existiert haben.
cw: Ihr werdet ja gerne mal mit The Arcade Fire verglichen. Ist das ein Kompliment und ein guter Vergleich?
Anna: Naja, ein Kompliment ist es auf jeden Fall, Arcade Fire sind eine großartige Band. Aber der Vergleich ist vielleicht ein bisschen einfach. Liegt natürlich nahe, wegen der Geige.
cw: Ihr habt gesagt ihr kümmert euch selbst um eure MySpace-Seite. Hattet ihr denn beim Artwork vom Album auch eure Finger im Spiel?
Anna: Selbst entworfen haben wir es nicht, nein. Aber die Idee kam von uns. Ich war in London in der Tate Gallery und hab da ein großartiges Bild gesehen. Nach dem Vorbild haben wir dann das Cover machen lassen. Wichtig war der Vogel.
Steven: Der sich wehtut.
Und dieses arme Tier wurde auch auf dem vollgekritzelten Malblock effektvoll in Szene gesetzt, umrundet von unzähligen Bands, die gemocht werden, mit denen schon aufgetreten wurde und solchen, die gehört werden.
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