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Es ist der Geburtstag vom Bassisten Rob, der letzte Abend der dreiwöchigen Deutschlandtournee und das Luxor ausverkauft, genug Anzeichen für einen erfolgreichen Konzertabend. Um sich vom Wohlbefinden der Rifles zu überzeugen, hat campus-web sich mit den vier Herren aus London vor dem Konzert getroffen, um über Musik, das Leben auf Tour, die NME und die Angst vor normalen Jobs zu reden.
Bassist Rob, Sänger Joel, Gitarrist Lucas und Drummer Grant sitzen bei Bier und Weintrauben im Backstageraum im Luxor rum und sind sichtlich entspannt. Hinter ihnen liegt eine dreiwöchige Reise durch Deutschland, Holland und Co., vor ihnen der Abschlussabend ihrer Tour und ihr bereits vierter Auftritt hier in Köln. Das Kölner Publikum dankt es Ihnen mit bereits seit Wochen vergriffenen Tickets.
cw: Schön, dass ihr mal wieder hier seid. Wo kommt ihr denn gerade her? Waren alle Deutschland- Konzerte ausverkauft?
Joel: Hamburg, Berlin, München, Münster, Dresden, Frankfurt. Ja, Hamburg und Berlin waren ausverkauft, Münster auch aber das war ja auch ein sehr kleiner Club. München war super, das Wetter war großartig und wir haben eine kleine Sightseeing Tour zum Englischen Garten gemacht. Und Bier aus riesigen Gläsern getrunken, das ist ja typisch bayrisch, nicht wahr? Und Hamburg war auch schön, ein bisschen schäbig, aber trotzdem hübsch. Wir sind in Holland trotz Clubbing nach dem Auftritt auch tatsächlich relativ früh aufgestanden und waren in drei Museen, vielleicht werden wir auch doch älter?
cw: Seid ihr denn gerne auf Tour oder wird es langsam anstrengend oder nervig?
Joel: Auf jeder Tour und gerade bei vier Leuten hat jeder mal nen schlechten Tag. Ich hab gerade vor vier Tagen gedacht, jetzt will ich gern nach Hause. Aber dann hatten wir einen tollen Gig in Zürich, der hat mich wieder auf Kurs gebracht.
cw: Morgen geht’s ja aber erstmal zurück nach Hause. Dann ist die Tour auch erstmal zu Ende?
Rob: Nein, dann haben wir zwei Tage frei und dann fahren wir nach Italien.Da waren wir aber noch nie, deshalb wird das ganz anders als das, was wir die letzten fünf Wochen gemacht haben. Da sind es dann wieder ganz kleine Clubs, in denen wir auftreten und ein paar In-Store-Gigs.
cw: Auf euer MySpace-Seite gibt es Video, in dem ihr den 90er Jahre Neneh Cherry Hit Buffalo Stance covert.
Rob: Oh ja, das stimmt. Buffalo Stance ist ein großartiger Song. Es gibt viele gute Sachen aus den 90ern. Und Michael Jackson hat ein paar ganz tolle Sachen in den 80ern gemacht.
cw: Was denkt ihr denn über das Phänomen, dass plötzlich so viele Indie-Bands wie damals in den 80ern mit Synthesizern und Drumcomputern arbeiten? Habt Ihr auch Lust dazu?
Lucas: Es gibt einige ganz gute Sachen die dabei rausgekommen sind, ganz klar. Und wenn jemand jetzt den 'Buffalo Stance' Song veröffentlichen würde, würden wir auch sagen: Wow das ist ein großartiger Song. Aber es ist wohl einfach eine gesunde Entwicklung, man muss verschiedene Dinge ausprobieren, damit sich die Musik weiter entwickelt. Sonst ist man irgendwann gelangweilt und wird wahnsinnig.
Joel: Wenn wir das nächste Mal im Studio sind, könnte sowas schon passieren, dass wir das mal ausprobieren. Aber das letzte was wir machen würden wäre auf irgendeinen Hype aufzuspringen und das zu machen was gerade angesagt ist. Das muss sich schon irgendwie richtig anfühlen und zu uns passen. Und 'Buffalo Stance' haben wir gecovert, weil wir die Melodie mögen.
Im Hintergrund geht der Soundcheck von der Vorband Timid Tiger mit schepperndem Quietsch-Synthie los.
Joel: Und das ist die Art von Synthesizern die wir nicht mögen. Großes Gelächter.
cw: Kennt ihr denn die Vorband die heute für Euch spielt? Eine Kölner Band.
Lucas: Nee, die kennen wir nicht. Wir haben da auch nicht groß Einfluss drauf, wer vor uns spielt. Wir haben soviel zu tun und lassen das einfach mal geschehen. Wenn wir könnten,würden wir natürlich am liebsten befreundete Bands aus England mitnehmen, da passiert musikalisch gerade ja einiges. Aber das ist schwierig zu organisieren und wird dann wohl auch einfach zu teuer.
cw: Zu eurem Song 'The General', der ja gerade in England als Single veröffentlicht wurde, gibt es ein relativ aufwendiges Video , in dem eine Geschichte übers Boxen erzählt wird Wie ist es dazu gekommen? Das Video macht den Anschein als gehöre es zu einem Kinofilm.
Joel: Ja, das Video hat irgendwie überhaupt nichts mit dem Song zu tun. Ursprünglich sollte es mit Live-Aufnahmen von uns auf der Bühne gemacht werden mit einer kleinen Geschichte drum herum, aber damit waren sie dann nicht glücklich, also haben sie diesen Film gemacht, der aussieht wie ein Hollywood-Blockbuster.
Lucas: Als wir das zum ersten Mal gesehen haben, haben wir gedacht dass es auch eine Premiere mit rotem Teppich geben müsste. Komisch. Aber sie haben das super gemacht, wenn mal bedenkt dass sie dafür kein Geld gekriegt haben.
cw: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?
Lucas: Nein, das ist eigentlich sehr ähnlich, beide sind gut. Das Rumspringen und die Interaktion ist gleich.
Joel: In England wird mehr Bier geworfen, das ist eine komische Angewohnheit. Das mag ich an Deutschland, das passiert hier nicht und man muss sich keine Sorgen machen, Bier ins Gesicht zu kriegen. Aber hier ist das Bier wahrscheinlich einfach besser.
cw: Euer zweites Album 'The great escape' wird ja gerne mal als sehr viel reifer und durchdachter als der Vorgänger „No love lost' bezeichnet. Wie seht ihr das?
Lucas: Ja, da würde ich zustimmen. Bei einigen der Songs haben wir wirklich mehr Zeit in Details investiert. Das erste Album ist ja mehr so 'Teenager-Poppy' was ja auch toll ist, wir hatten viel Spass die Songs zu schreiben und sie zu spielen. Wir haben bei 'The great escape' einfach mehr experimentiert und sind anders als Songschreiben rangegangen. Wir wollten uns natürlich auch weiterentwicklen, und das möglichst ohne die Leute zu verlieren, die unser erstes Album mögen.
cw: Was wäre denn das schlimmste, was Euch als Musiker passieren könnte?
Lucas: Einen normalen Job zu machen. (Alle lachen) Nein ernsthaft, das wäre wirklich schlimm.
cw: Hättet ihr kein Problem damit, auf der Strasse erkannt und im Supermarkt nach Autogrammen gefragt zu werden?
Lucas: Ja doch, das wäre blöd. Das passiert aber nicht. Hier auf keinen Fall, in London nur ganz ganz selten.
cw: Jetzt nochmal zurück zur Musik. Wer war denn der wichtigste musikalische Einfluss?
Rob: Ich mag die Stone Roses, und die Beatles natürlich. Die Beach Boys sind auch toll.
cw: Und das peinlichste Lieblingslied?
Rob: Girls aloud vielleicht, die sind schon ganz schön schlecht eigentlich. (findet campus-web auch)
cw: Was denkt ihr über den NME oder andere Musikzeitschriften, die immer wieder Hypes auslösen und Bands wie White Lies plötzlich in aller Munde sind und gehört werden müssen?
Lucas: Oh ja, das passiert ständig, das sind dann Bands wie White Lies oder Glasvegas, die einen Song haben, der ganz gut und der Rest des Albums klingt genauso nur weniger gut. Ich würde mir keine Platte kaufen, nur weil plötzlich alle sie toll finden. Und auf der anderen Seite gibt es so viele unglaublich tolle Bands die keiner kennt.
cw: Aber diese Hypes sind ja sehr schnelllebig.
Lucas: Ja, das ist auf jeden Fall kein Vergleich zu den Anfängen von Oasis, die ja auch relativ schnell zu der vielleicht wichtigsten englischen Band geworden sind und soviel beeinflusst haben. Ich weiß auch gar nicht, ob sowas in nächster Zeit nochmal passieren kann, also so ein nachhaltiger Hype.
Damit verabschieden sich die vier Londoner, um noch schnell die Zülpicher Strasse und deren Bars kennen zu lernen, bevor es später auf die Bühne geht.
Ach ja, und gemalt wurde auch noch, hier das Ergebnis: Sänger Joel hat sich unten rechts verewigt, die Luftballons sind von Gitarrist Lucas, Bassist Rob will 'girls aloud' treffen und Drummer Grant mag Nirvana.
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Und wie war das Konzert? Weiter zu unserem Bericht.


















