Das Debütalbum von Friedemann Weise (2008).
   
Ein Songwriter, dessen Texte - wie beispielsweise in "Rettete" - an den Bonner Musiker Götz Widmann erinnern. Eine scharfe Beobachtungsgabe, ein Gefühl für die kleinen Momente des Lebens, klare und unmisssverständliche Worte und eine sympathisch kantige Musik. Jetzt kommt der "Minimal-Rock produzierende Kölner mit Hang zum Punk" am 27. März 2009 als Support nach Bonn ins Kult 41. Hauptact: Indie, Folk, Pop und Country von Holmes aus Schweden.

Beides verspricht Abwechslung pur. Schrammel-Rock und danach nordische Melancholie. Doch wer ist Friedemann Weise eigentlich? Seine Stimme hat einen ähnlich unverwechselbaren Charakter wie Jan Delay. Kratzig und gleichzeitig fast schon unschuldig. Sein Gesang reibt sich charmant durch Songs wie "Hollywood", "T-Shirt & Jeans" oder "Fenster". Gebündelt anzuhören sind seine musikalischen Schöpfungen auf dem 2008 erschienenen Debütalbum "Friedemann Weise". Was es sonst noch zu ihm und seiner Musik zu sagen gibt, hat er selbst in Worte gefasst.

Hallo Friedemann Weise. Was läuft gerade für Musik bei dir?
Sixto Rodriguez.

Für alle, die deine Musik nicht kennen. Wie würdest du sie in eigenen Worten beschreiben?
Auf der Platte ist es Indierock mit Hang zum Pop - live ist es Minimal-Rock mit Hang zum Punk. Und das Ganze in Muttersprache. Wir haben von vielen Leuten, die uns live gesehen haben, "Trio" als Referenz gehört. Das ehrt mich, zumal wir das zu zweit schaffen.

Wärst du kein Musiker: wie würde dein Leben wohl aussehen?
Dann wäre ich Fußballprofi geworden und jetzt bestimmt nur noch Ergänzungsspieler in der zweiten Liga.

Dein Debütalbum ist draußen. Was war es für ein Gefühl, den Deckel zu schließen und zu sagen: die Platte ist fertig?
Leider nicht so großartig, wie ich vorher immer dachte. In meinem Fall war mein "Debüt" auch eher das "komplizierte zweite Album", da ich eigentlich vorher schon ein fertiges Debütalbum in der Schublade hatte. Das ist bisher aber nicht erschienen.

Woher nimmst du die Ideen für deine Songs?
Puh. Die erste Idee für einen Song kommt meistens von schräg oben. Auf dem Fahrrad oder so. Danach spiele ich Gitarre und erfinde den Rest.

Du bist ganz schön viel unterwegs gewesen. Wie wichtig ist dir die Live Performance?
Live spielen macht am meisten Spaß der Welt.

Was kann man von einem Abend mit Friedemann Weise erwarten?
In der Schweiz kam nach einem Konzert einer zu mir, dem ein Freund gesagt hatte: "Geh da hin! Scheiss Musik, aber lustige Ansagen!" Der Typ hat nachher sogar eine CD gekauft, obwohl da gar keine Ansagen drauf sind.

In "Friedman Wiese" stellst du dich selbst „der crowd“ vor. Warum?
Das gebührt die Höflichkeit.

Wie wichtig ist dir ein gesunder Humor beim Songwriting? Inwiefern muss der Humor aber auch mit einer gewissen Portion Ernst ergänzt werden?
Ich glaube, englische Texte von Native Speakern haben oft mehr Sprachwitz, als wir merken. Auf Deutsch wird sowas schnell mit Comedy verwechselt. Meine Geschichten sind ja eigentlich gar nicht lustig, es gibt halt nur manchmal ein paar Zeilen, wo man lachen muss.

Deine Texte beginnen häufig mit Momentaufnahmen. In „Fenster“ zum Beispiel erzählst du von einem Blick auf das Nachbarhaus und seine Bewohnerin. Strickst du die anschließende Geschichte aus tatsächlichen Erfahrungen zusammen oder sind das Gedankenspiele?
"Fenster" ist genauso passiert. Ich wohne in Köln ganz oben unterm Dach und habe einen guten Ausblick. Genau gegenüber ist eine eingezogen, die immer nackt rumlief. Sie dachte so weit oben ist man alleine. Oder sie wollte mir ihre schönen Brüste zeigen.

Am 27. März spielst du mit Holmes aus Schweden. Was wünscht du dir für den Abend?
Dass viele Leute kommen, die sogar bei dem Supportact zuhören.

Vielen Dank.

Friedemann Weise mit Holmes
Beginn: 20 Uhr im Kult 41 in Bonn

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