Holland. Land der endlosen Steppen, der Rinderherden und Cowboys. Hier sind Pferd und Colt die besten Freunde des Mannes. Hier ist die Einsamkeit ein ständiger Begleiter, hier ist Country, die Musik der einfachen Landbevölkerung daheim und die Gitarre das Mittel, mit dem die Menschen dem Raunen ihrer Seelen Ausdruck verliehen. Ach, Holland.
Moment mal, hier stimmt doch was nicht! Ist Holland nicht eigentlich für Windmühlen, Grachten und Käse bekannt? Eigentlich ja, aber das hindert die Niederländer nicht daran, dennoch Countrymusik zu spielen. Tatsächlich erfreut sich die niederländische Country-Rock- bzw. die Alternative Country-Szene bester Gesundheit. Ein Vertreter dieser Musikrichtung, die Gruppe Okieson, hat jüngst ihr neuestes Album mit dem Titel "Cupboard Full Of Things" veröffentlicht. Die Band spielt ruhigen und melancholischen Country, der auch gut irgendwo in Nashville entstanden sein könnte. Sänger und Gitarrist Sebastiaan van Bijlevelt und seine Kumpanen David Geraerts, Nico Huijbregts, Floris de Jonge und Ruben Trimbach beweisen, dass man auch in Gelderland nasalen Nöl-Gesang und Steel Guitar kann. Cupboard Full Of Things ist ein Album der leisen Töne.
Auf 10 Tracks erzeugen Okieson ein stimmungsvolles Tongemälde und irgendwie klingt alles ein wenig nach Filmmusik. Nicht sonderlich aufregend, aber ehrlich, mit viel Herzblut und musikalischem Können gespielt. Ja, Okieson gefallen und zeigen, dass man nicht nach unbedingt bis nach Tennessee gehen muss – der nahe Westen ist auch weit und wild.
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