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„Fuel“ heißt „Benzin“. Ein Gemisch aus hunderten verschiedenen Stoffen. Was darf man erwarten, wenn eine Band, die mit sauberstem Stonerrock angefangen hat, nach diversen Pop- und Rock-Experimenten einen eigenen Stil kreiert und diesen dann „Fuel“ nennt? Bei Samavayo bedeutet es: keine Dominanz einer bestimmten Komponente. House, Country, Heavy Metal, gar Hip-Hop- alles, was ihre Heimat Berlin zu bieten hat, wollten die vier Jungs um Frontmann Behrang Alavi vereinen und daraus ihren ganz eigenen Sound kreieren. Das Endergebnis sind dreizehn neue Songs, zu finden auf dem nun erscheinenden Album „One Million Things“. „Fuel is to Berlin what Grunge was to Seattle” heißt es großspurig von Seiten der Band. Das schürt hohe Erwartungen an die Platte und will erst mal bewiesen werden. Also rein damit und laufen lassen. Einmal. Und nochmal. Und am besten immer wieder. Die Melodien bleiben hängen. Kaum hat ein Song angefangen, hat man ihn im Ohr und dabei kann man noch nicht einmal genau sagen, was man da eigentlich hört. Es gibt alles, was gut klingt: starke Gitarrensoli, vibrierende Bässe, außergewöhnliche Elektro-Trash-Elemente, Blues, Groove. Ein Potpourri aus allem, doch es passt. Schon der Opener „Go“ stürmt regelrecht auf einen ein, der Orkan hält dann bis zum letzten Takt von „Red End“ an. Zwar säuselt der Sänger die einzelnen Strophen eher behände ins Mikro, spätestens im Refrain ist dann jedoch Schluss mit Entspannung. Krachend fallen harte Gitarrenriffs ein und unterbrechen die monotone Gangart. Beim ersten Mal mag das noch etwas überraschend kommen, danach lechzt man regelrecht danach. Die meisten Stücke lassen noch ziemlich eindeutig die Stonerrock-Vergangenheit durchschimmern, sie vermitteln pure Energie. Absolutes Highlight: der Song „Rollin‘“. „Get down with heroin, come clean with gasoline, I keep on rollin‘“ – der Refrain ist nicht nur einprägsam, sondern ein echter Ohrwurm. Und Stillstehen ist ob der donnernden Beats eh nicht drin. Bei Songs wie „Can’t break me“ oder „Teheran Girl“ kommen denn gänzlich andere Einflüsse hinzu, die man nur bedingt mit dem Rock-Genre in Verbindung bringen würde. Bei ersterem gesellen sich die schon eingangs erwähnten Elektro-Elemente hinzu. Bei letzterem hat sich die Band den israelischen Wurzeln von Sänger Alavi angenähert. Die Zither harmoniert interessanterweise mit dem dumpfen Bass, eine orientalische Exotik entsteht daraus. Anfangs mag beides etwas befremdlich klingen, aber nicht schlecht und nach kurzer Eingewöhnungsphase reisst es schließlich auch mit. Wirklich zurücklehnen kann man sich in den knapp 60 Minuten nicht, die einzige Möglichkeit nach Luft zu schnappen bietet passenderweise die Mitte des Albums. „Illusions“ oder „Control“ warten in etwas gemäßigterem Tempo auf – die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, wie sich schnell herausstellt, denn das folgende „Monster“ haut noch einmal einen Tick bombastischer rein als die anfänglichen Stücke. Eben „monströs“. „Fuel“ – der Name ist Programm: wie eine Stichflamme türmt „One Million Things“ sich auf und lässt das Adrenalin des Hörers nach oben schießen. Man überlegt zwar permanent daran herum, wo man das Ganze schon mal gehört hat, kommt aber einfach nicht drauf. Weil solche Kreationen einfach noch nicht zu hören waren – aber auf jeden Fall weiter gespielt werden müssen! ***MySpace***
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