Genre: Der King – sonst nichts.
   
 

   
Ein Abgott feiert Jubiläum. Nein, nicht Geburtstag, das ist ein allzu menschliches Wort für einen, der den Status „Mensch“ lange hinter sich gelassen hat. Das Phänomen Elvis Presley hat die 75 Jahre erreicht. Die Gelegenheit für alle, die jemals etwas mit ihm zu tun hatten, sich nochmal zu Wort zu melden und zu erzählen. Für alle, die das Phänomen vermarkten dürfen, eine weitere Gelegenheit, es in bare Münze zu verwandeln.

Wieviele Elvis-Compilations gibt es inzwischen? Hunderte? Tausende? Man sollte mal bei RCA nachfragen, da wird schon jemand Buch führen. Natürlich darf sich das Label, als Inhaberin aller Marketingrechte an Songs von und mit dem King, nicht lumpen lassen. Dem Anlass entsprechend, gibt es also 75 Lieder, verteilt auf drei CDs. Kein Klassiker fehlt, vom hüftschwingenden Frühschaffen in schwarz-weiß, bis zum pausbäckigen Spätherbst in Las Vegas-Glitter. Auch das Mitbringsel aus der Zeit als GI in Germany ist drauf – "Wooden Heart" („Muss i denn...“) wurde nicht vergessen.

Die vorliegende Sammlung ist reduziert auf das Wesentliche: Das Jewel Case beinhaltet tatsächlich nur die CDs und ein Booklet auf Sparflamme, in dem alle enthaltenen Songs gelistet sind. Das einzige Bild des King prangt auf der Vorderseite und zeigt ihn in seiner Jugendblüte. Etwas wenig für Leute, die auf mehr von und zur Legende hoffen. Doch wer Hunger nach mehr verspürt, für den gibt es wahrlich genug Bücher, DVDs, T-Shirts, Poster, Sticker, Buttons, etc., um diesen zu stillen. Für jene, die einfach mal einen Schwung seiner Musik haben müssen, weil sonst ja etwas respektive jemand in der Sammlung fehlt, ist das hier die richtige Wahl.

Einen kleinen Vorwurf muss sich die Platte aber doch gefallen lassen: "A Little Less Conversation" und "Rubberneckin‘" wären es auch ohne die „Unterstützung“ von JXL und Paul Oakenfold wert gewesen, auf "Elvis 75" zu landen.

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