Die 5 Platten des Jahres

1. Converge – Axe To Fall
Eine Band, mit der ich 95 % meiner Freunde immer noch dazu bringen kann, das Weite zu suchen, kann nicht so schlecht sein. Und jetzt haben Converge sich auch noch ein paar Mitmusiker ins Studio eingeladen und dort ihr bestes Album seit "Jane Doe" produziert. Es ist außerdem zugänglicher als alles zuvor, ohne sich irgendwo anzubiedern. Jetzt könnten sie sogar Slayer-Fans gefallen.

2. Jay-Z – The Blueprint 3
Einer der so lange und so dick im Geschäft ist, muss höchstens sich selbst noch was beweisen. Jay-Z schafft das mit schöner Regelmäßigkeit. Setzt auf die besten Produzenten mit den besten Beats, legt Hit an Hit nebeneinander und schafft es sogar, Rap-Hasser gutmütig zu stimmen. Und auf der Single "Empire State Of Mind" zeigt Alicia Keys einfach mal allen ihren Sängerkonkurrentinnen, was eine stimmliche Harke ist.

3. Eels – Hombre Lobo
So viele Worte man für die Großartigkeit der Eels noch verwenden will, man kann die Band auch mal für sich sprechen lassen: "The look you give that guy / I wanna see lookin' right at me". Ganz weit vorne.

4. The Maccabees – Wall of Arms
Diese Band wurde von mir viel zu lange als weiterer britischer Hype abgetan. Dann spielte mir ein Freund "No Kind Words" vor und es war um mich geschehen. Solche Songs musst du erstmal schreiben. Und auch wenn ein paar Teile des Albums dann doch qualitativ abfallen, bleibt es eine dieser Platten, die man nicht immer hören kann, aber manchmal einfach hören muss.

5. Kasabian – West Ryder Pauper Lunatic Asylum
Bei WDR2 sagen sie manchmal, heute könnte keiner mehr gute Rocksongs schreiben, und dann führen sie Coldplay als Gegenbeispiel an. Ich sage: Ab mit dem Megaphon nach Köln, und einen ganzen Tag lang "Underdog" auf voller Lautstärke abspielen. Und mit dieser Wucht sollen die Herren in ihren Studios dann erstmal fertig werden.


Die Enttäuschung des Jahres
Die Auflösung von Muff Potter war doppelt enttäuschend, weil es einerseits eine großartige Band ist, andererseits der Split dann doch zwei Alben zu spät kam. Man stelle sich nur vor, sie wären mit dem Knall "Von Wegen" abgetreten. So gab es immerhin eine schöne Abschiedstour und ein großartiges letztes Konzert in Münster.

Das peinliche Lieblingslied
Lady Gaga – Pokerface. Eigentlich tue ich mich schwer damit, Musik als "peinlich" zu bezeichnen. Bei Lady Gaga passt es aber deswegen, weil ich mich ob ihrer Auftritte jedes Mal so fremdschäme, dass es weh tut. Dennoch ist "The Fame" ein bemerkenswertes Album im Kontext "Plastikpop" geworden und zudem eine meiner ersten Rezensionen für campus-web.

Das Lied vorm Feiern gehen
Vorglühen ist was für Leute, die nicht auf dem Bordstein trinken können.

Das tollste Plattencover
Auch wenn es etwas gemogelt ist: Das Cover von The Clashs "London Calling" haut mich heute immer noch um. Natürlich auch auf der 30-Jahre-Jubiläums-Edition.













Video des Jahres
Musikfernsehen findet in meinem Haushalt leider gar nicht statt – ganz davon abgesehen, dass es eh kaum noch Musikfernsehen in Deutschland gibt. Die Flucht in zahlreiche Onlineangebote bietet sich an, aber es ist einfach nicht das gleiche, als auf dem Fernseher gute redaktionelle Sendungen mit Musik zu sehen. Der Blick auf YouTube aber verrät: Besser als "Axe To Fall" von Converge war 2009 nix.

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