In den letzten Jahren hörte man viel von Whitney Houston, nur nichts Musikalisches. Nach diversen Schlammschlachten und Exzessen in ihrem Privatleben plante sie, ihren Frieden mit einem Obststand auf einer sonnigen Insel zu finden. Doch dann kam der Anruf von Clive Davis, ihrem Entdecker und Förderer, der sie zurück in den Musikzirkus rief. Und hier ist das Ergebnis: „I look to you“, ein Studioalbum nach 7-jähriger Pause, das wir uns einmal etwas genauer anhören wollen.

Wenn man die einzelnen Lieder des Albums hört, merkt man, dass es nicht an alte Erfolge anknüpfen kann. An der Riege bekannter Songwriter kann es nicht liegen, haben doch R. Kelly und Alicia Keys unter der Gesamtleitung von Clive Davis an „I look to you“ gearbeitet. Aber auch eine große Ballade des Albums wie „I didn’t know my own strenght“, verfasst von Diane Warren, hat trotz gewaltigem Orchestereinsatz und tief gehendem Text keinen Gänsehauteffekt. Whitney Houston hat in all den Jahren der Exzesse vor allem ihre frühere Stimme verloren, die jetzt immer leicht kratzig, blechern und farblos klingt. Der Titelsong „I look to you“ aus der Feder R. Kellys plätschert wie viele andere Songs auf dem Album müde vor sich hin. „Like I never left“ mit Akon klingt wie jedes andere Lied, bei dem er das Mikro in der Hand hatte. Mit einem undefinierbaren Disko-Mix wird der Hörer nach einem eher ruhigen Einstieg im Fall von „A song for you“ erschreckt. Den Schluss des Albums bietet „Salute“, ein Lied, das noch zu einem der besten des Albums zählt, da es den typischen Hymnencharakter von Whitney Houston aufgreift.

Die Texte, an denen sie selbst teilweise mitgeschrieben hat, sind ihrer Lebensgeschichte auf den Leib geschrieben. Sie können aber leider auch nicht über die halbherzigen Produktionen und die schwindende Stimmgewalt von Whitney Houston hinwegtäuschen. Die Stimme lässt sich nur bedingt im Studio nachbearbeiten im Gegensatz zu den Fotos, die für das Booklet und Cover sicherlich Bekanntschaft mit diversen Grafikprogrammen gemacht haben. Schade, aber „I look to you“ kann an die Qualität ihrer früheren Alben wohl nicht anknüpfen, denkt man nur an den „Bodyguard“ Soundtrack (1992) oder das Album „My love is your love“ (1998). Vielleicht wäre der Obststand doch eine sinnvolle Alternative zur Musik?

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