CD-Kritik: Goodbye Punk-Rock.

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 Campus-Web Bewertung: 3,5/5
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Tom DeLonge war Sänger und Gittarist der Band Blink 182, die mit lustigen Hits wie “What’s My Age Again?” weltweit Erfolge feierte. Doch der Spaß ist vorbei: Seit 2005 gibt es das sehr Emo-lastige Projekt „Angels and Airwaves“. Jetzt erscheint das zweite Album.
Was tut man, wenn man seine Erfolge einfach nicht mehr toppen kann? Man wagt einen Neuanfang. Tatsächlich erinnert nur wenig an Blink 182. Nur die Stimme Tom DeLonges klingt vertraut. Der Sound von „Angels and Airwaves“ ist zwar sehr melodisch, aber von Punk-Pop weit entfernt. Ruhige Klänge, die teilweise ins Epische abgleiten, überwiegen.
Allerdings muss man dem Album Zeit geben. Die Songs brauchen teilweise recht lange, um ins Ohr zu gehen. Zu Anfang des Albums tritt das noch nicht so ausgeprägt zu Tage: Die ersten beiden Lieder „Call to Arms“ und „Everythings Magic“ sind sehr eindringlich. Bei der darauf folgenden Ballade „Breathe“ kann Tom DeLonges seine stimmliche Qualitäten unter Beweis stellen. Andererseits zeichnet sich hier bereits die Tendenz ab, einzelne Songelemente endlos durchzunudeln. Das fällt vor allem bei "Sirens" auf, der es für seine endlosen Hookline-Wiederholungen ins Guinness-Buch schaffen könnte. Immerhin wird man dafür beim folgenden Song, „Secret Crowds“, entschädigt: Hier hauen die Jungs noch mal richtig auf die Kacke.
In der zweiten Albumhälfte werden Angels & Airwaves experimenteller, als hätten sie sich überlegt, zunächst mal die Popper raushängen zu lassen, um dann mit stark instrumental-geprägter Musik weiter zu machen. Die Rechnung geht aber nicht komplett auf, denn ohne gesangliche Unterstützung wirken viele Melodien langweilig. Anspieltipp ist das hymnische Lied „True Love“, das durch interessante Synthi-Klänge überzeugt.
Angels and Airwaves liefern mit „I Empire“ ein recht stimmiges Album ab. Zwar geht die kreative Entfaltung der Band nicht so weit, als dass die vielgescholtene Musikrichtung „Emo“ neu erfunden würde, aber dennoch: Wer Blink 182 immer belächelt hat, wird sich bei diesem Album wundern. Fraglich ist nur, ob die zahlreichen Blink-Fans viel mit dem Soft-Rock von Angels and Airwaves anfangen können, denn chartverdächtig sind die Songs wahrlich nicht.