Genre: World Music
   
 

campus-web Bewertung: 3,5/5
   
Anoushka Shankars "Land of gold" schpft aus einem eindrcklichen und facettenreichen Klangspektrum fremdlndisch klingender Instrumente. Die indische Sitar-Spielerin und komponistin versteht ihr Album als eine Botschaft der Hoffnung in dunklen Zeiten - im Sinne einer Suche nach dem gelobten Land. Ihr neuntes Studioalbum entstand in Reaktion auf die Traumata von Flchtlingen und Kriegsopfern. Musikalisch kombiniert Shankar wie in den Vorgngeralben traditionelle Sitar-Klnge mit modernen Elementen.

Musik liegt in ihrer Familie. Die 35-jhrige Knstlerin ist Tochter des 2012 verstorbenen berhmten Sitar-Virtosen Ravi Shankar, mit dem sie in den 2000ern oft zusammen auftrat. Die bekannte Popsngerin Norah Jones ist ihre Halbschwester. Auf ihrem aktuellen Album "Land of gold" wird Anoushka von Sanjeev Shankar, einem Schler ihres Vaters, an der Shenhai begleitet. Dabei handelt es sich um ein indisches Doppelrohblattinstrument.

Sitarklnge und rhythmischer Sprechgesang

Anders als bei frheren Alben, bei denen Anoushka selbst oder auch Norah Jones (u.a. "Easy" in "Breathing under water", 2007) ihre Vocals beisteuerten, setzt auf der aktuellen Platte Rapperin und Beat-Spezialistin M.I.A. mit rhythmischen Sprechgesang bei "Jump in (Cross the line)" effektvoll Akzente. Beim Titeltrack gibt zudem die deutsch-trkische Sngerin und Songschreiberin Alev Lenz einen eher zurckhaltenden gesanglichen Gastauftritt, der erst gegen Ende lauter wird. Lenz Stimme und die Sitarklnge Shankars treten in einen harmonischen Dialog, der nach rhythmisch eingngigem Refrain dezent ausklingt.

Herzstck des Albums scheint jedoch ein von Schauspielerin Vanessa Redgrave leise und akzentuiert gesprochenes, leidenschaftliches Gedicht von Pavana Reddy zu sein: In "Remain the sea" formiert sich um die ausdrucksstarken gesprochenen Worte eine dramatische Klangkulisse mitsamt traditioneller Gesnge des Corzano e Paterno Chors. Instrumental wird Shankar vom Hang-Virtuosen Manu Delago begleitet, der zugleich Mitautor vieler der Songs des Albums ist. Auch erwhnenswert: Flamenco-Tnzer Kram Khan und den Klang seiner Fe hlt Shankar als perkussives Instrument fest.

Nachhorchen im eigenen Fernweh

In ihrem achten Studio-Longplayer wartet Anoushka Shankar mit zehn eingngigen, selbstkomponierten und mit ihrem Ehemann Joe Wright (Regisseur von Filmen wie "Abbitte" und "Stolz und Vorurteil") selbstproduzierten Songs auf. Die eher unaufdringlichen, rhythmisch-harmonischen Klanglandschaften voller fremdlndisch klingender Akzente, feiner Nuancen und Stimmungen sind eine willkommene Hintergrundmusik - zum nebenbei hren, zum Einluten des Sommers oder zum Nachhorchen im eigenen Fernweh.

Anoushka Shankar gibt am 6. Oktober ein Konzert im Dortmunder Konzerthaus.

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