Genre: Klassik/Jazz
   
 

   
Idiosynkratisch bedeutet, man reagiert auf bestimmte Reize berempfindlich und ist ihnen gegenber eher abgeneigt. Auf seinem dritten Solo-Album Idiosynkrasia mchte sich der dreiigjhrige luxemburgische Komponist und Pianist Francesco Tristano einer scheinbar unvershnlichen Klangsprache zwischen Akustik und Elektro annhern. Knstlerisch zwischen Bassdrum, Elektronik und Piano-Avantgarde angesiedelt, komponiert er Musik im stimmungsvollen Spektrum von Club, Klassik, Jazz und Soul. Seine experimentellen und minimalistischen Klangkompositionen lassen dem Hrer viel Raum fr gedankliche Assoziationen und Ausschweifungen. In improvisiert wirkenden, minimalistischen Melodien entstehen sich wiederholende, berlagernde und steigernde Rhythmen. Spannungsvoll vibrieren mehrere Melodiespuren nebeneinander, und die Klangbilder verndern sich.

Das Piano ist fr Francesco Tristano ein Vorlufer von Keyboards und Synthesizern. Die Arrangements auf Tristanos drittem Solo-Album hneln sich meist in ihrer Grobstruktur. Leise angeschlagene Klavierklnge werden abgelst durch eklektische, in einer Fliebewegung lauter werdende Elektrosounds. Klangeinwrfe mehren sich und erstarken schlielich zu eigenen, neuen Tonfolgen und Tonfarben. Auf die Kulmination sich berlagernder, heller und rhythmischer werdender Melodien folgt gegen Ende eines Klanghorizontes eine erwartete Fallhhe. Sich wiederholende, rhythmische Melodien gleiten langsam wieder, minimalistischer werdend, zum Ausgangsmotiv hinab. Am Ende wird das Stck erneut durch eine dezente, sich verlierende Klaviermelodie getragen.

Das schwchste Musikstck des Albums ist wahrscheinlich Eastern Market. Kreischend blecherne Elektroeinwrfe wirken betont knstlich und verleiden einem das Stck. Weniger elektrolastige, harmonische Stcke erinnern in ihren strksten Momenten an Klavierimprovisationen der britischen Band The Cinematic Orchestra oder Kompositionen der renommierten US-amerikanischen Pianisten Philip Glass, Dave Grusin und Keith Jarrett. Zusammengenommen sind die melancholischen Arrangements auf Francesco Tristanos Idiosynkrasia eine anregende und willkommene Hintergrunduntermalung fr den Sptherbst.

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