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Es ist nicht ganz einfach, etwas über die Londoner Band „Summer Camp“ herauszufinden. Ihre MySpace-Seite ist eher mit pragmatischen Informationen gespickt, und mit ihrer EP „Young“ pressen Elizabeth Sankey und Jeremy Warmsley auch zum ersten Mal ihre Musik auf eine Scheibe. Diese sechs Songs sorgen jedoch für die leise Vorahnung, dass dieses Nicht-Wissen bald unweigerlich der Vergangenheit angehören muss. Stichwort Vergangenheit: Um an die „Gute Alte Zeit“ zurückzudenken, ist bekanntlich nicht das Alt-Sein eine Voraussetzung, sondern vielmehr das Älter-Werden. Und je näher man an ebendieser Zeit noch dran ist, desto intensiver ist die Erinnerung, desto näher die Nostalgie. Welcher Mittzwanziger erinnert sich nicht gerne gelegentlich an seine ausklingende Kindheit, die erste Liebe, die erste Party, die letzte Ferienfreizeit? Summer Camp greifen genau dieses Gefühl beginnender Jugend musikalisch auf, versetzen den Hörer mit seichten Tamburinklängen und Keyboardsounds zurück in eine Lebensphase, die nur aus Urlaub und Freizeit und Freiheit zu bestehen schien. Die Vocals von Sankey und Warmsley sind authentisch statt glatt gebügelt. Sie spielen miteinander, wechseln sich ab und überlagern sich. Sie wecken Bilder von glitzernden Haarbändern, von weißen Röcken und gemeinsamem Wolkenschauen auf einer Wiese, sie erzählen von Liebe, Zweisamkeit und Zwischenmenschlichkeit. „Why Don’t You Stay“ und „Ghost Train“ gehen sofort ins Ohr und bleiben dort bis zum nächsten Morgen, wenn man auf einer Motorhaube liegend aus seinen Träumen erwacht. Besonders „Ghost Train“ nimmt schnell Fahrt auf und drängt zu kopfnickendem Mitpfeifen. Beide Songs haben absolutes Hit-Potential. Insgesamt ist diese EP eher als Soundtrack zum Träumen als zum Tanzen, eher fürs Cabrio als für den Club angelegt. Eine recht spezielle Dynamik, die bei falschen Erwartungen als langweilig betitelt werden könnte. Das einzige, was dieser Platte fehlt, ist jedoch permanenter Sonnenschein. Also, sobald gerade keine Wolken am Himmel lauern: einfach sich mal wieder eine Ferienfreizeit gönnen. Zumindest musikalisch. ***MySpace***
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