Genre: Singer/Songwriter
   
 

   
Es gefällt, was Blank hier abliefert. Das zweite Album des Frankfurter Songwriters ist melodisch ansprechend, seine Texte tiefgründig. Mal ergänzt eine leise, leicht sphärische E-Gitarre die voluminöse, sehnsuchtsgeschwängerte Stimme, zum Beispiel bei „Times Like These“ - when you are in the freeze. Mal prescht eine schnelle Riffcombo wie „Eventually“ vor, dann folgt ruhige Nachdenklichkeit.

Die Ideen- und Stimmungswechsel zwischen den Liedern sind frappierend. Gerade noch intensive Selbstreflexion mit „Last Time I Saw Dave“, dann das beinahe aggressiv daherkommende „Whatever She Does“. Die Gitarre zerrt und darf schließlich bei einem ordentlichen Solo ihren Blues-Wurzeln freien Lauf lassen. Es ist ein Lied über die Abhängigkeit von „Ihr“, die die Fernbedienung über „Uns“ besitzt.

Grüblerische und zugleich positive Texte werden hier ansprechend vertont. Blank verzaubert seine Hörer. Auch mit langsamen Nummern wie „Words“: Der Fuß wippt mit, die sanfte Gitarre klimpert zum Schlagzeug, und Blank lässt sich plötzlich von Backgroundsängern begleiten. Besser geht’s kaum, aber eben doch. „Pie in the Sky“ ist noch ein Fünkchen melancholischer – der absolute Höhepunkt des Albums. „And I know I haven‘t changed / But somehow I ain‘t the same“.

So ziemlich jeder Track der Platte ist ein Anspieltipp. Bevor man sein Geld für das nächstbeste Album ausgibt – besser hier reinhören. Auch wenn es dick aufgetragen klingt: Blank scheint einen warmen Sonnenuntergang mit Wolken auf dem Fensterbrett eingefangen zu haben. Wer könnte auch besser von Sonnen und Schattenseiten, besser von den Böden der Welt singen als ein weltenbummelnder Songwriter? Der Geheimtipp für jeden Heimatlosen und Daheimgebliebenen.



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