Genre: Folk/Pop
   
 

   
Diese Stimme lullt dich mit den ersten Takten ein, verpackt dein Gemüt in ein warmes, samtiges Seidengefühl, schwer und leicht zugleich. Jedes Vorurteil gegenüber deutschen Songwriterinnen verfliegt, wenn Du diesem einfühlsamen, einfachen Klang nur wenige Sekunden lauschst. Alin Coen produziert mit ihren Stimmbändern scheinbar mühelos eine einmalige Harmonie, sodass man von ihrer Platte „Wer bist Du?“ nicht genug bekommen kann.

Statt mit schwerem Orchester und pompösem, weit ausholendem Gesang besticht die Alin Coen Band durch die zarte Schlichtheit ihrer Musik. Die leisen Klänge sind es, die sie so ungemein genießbar macht, ihren Texten Authentizität verleiht und den Hörer nicht gerade wundern lassen, dass diese vier Musiker bereits Konzerte für Jacob Dylan, Starsailor und Philipp Poisel eröffneten.

Der Titelsong „Wer bist Du“ ist eine melancholisch-dynamische Aufforderung zum Handeln, eingebettet in einen leichten Rhythmus, eine warme Melodie, die in Erinnerung bleibt. Den konzentrierten Hörer besticht hier ein Wechselspiel zwischen wehmütiger Stimmung und ermutigender Energie – nahezu programmatisch. Funktioniert aber auch nur beim konzentrierten Hörer: Dieses Album ist nur bedingt radiotauglich. Nicht nebenbei hören, sondern bewusst in seiner Ganzheit wahrnehmen sollte die Devise sein.

„Pflanz einen Baum“, so heißt das selbst gegründete Label der Band. Das Motiv spiegelt sich nicht nur in der organischen Gestaltung des Covers wider, sondern könnte auch auf das Bestreben hindeuten, etwas schaffen, etwas hinterlassen zu wollen. Ob dieses Bestreben tatsächlich Motivation für Alin Coen und ihre Musiker Philipp Martin, Fabian Stevens und Jan Frisch ist oder nicht – es gelingt ihnen zweifellos.

Daran sind auch die feinfühligen Texte der Frontfrau nicht unschuldig. Ob auf Englisch oder Deutsch: Ihre Lyrics sind nachvollziehbar und nie abgehoben, Nah dran am Leben und an der Liebe und an allem, was dazu gehört. Frustrierend ist an dieser Platte einzig die erfolglose Suche nach offenkundigen Mängeln. Daher bleibt im Nachklang eigentlich nur eine Frage offen: Wann sehen wir diese Band live?

Tourdaten:
06. Sep 21:00 Voltaire, Tübingen
07. Sep 20:00 merlin, Stuttgart
08. Sep 21:00 Jos Fritz Cafe, Freiburg
09. Sep 20:30 Kohi, Karlsruhe
11. Sep 21:00 Cafe Galao, Stuttgart
14. Sep 21:30 Ponyhof, Frankfurt (a.M.)
15. Sep 21:00 Cafe Vinyl, Wetzlar
16. Sep 21:00 Klangstation, Bonn
17. Sep 21:00 Raststätte, Aachen
18. Sep 21:00 Havanna 8, Marburg
21. Sep 20:00 Haus der Pioniere, Gera
27. Sep 20:00 Privat Club, Berlin
28. Sep 20:00 Prinzenbar, Hamburg
29. Sep 20:30 Blue Shell, Köln
30. Sep 20:30 59:1, München
15. Okt 20:00 Riff-Club, Halle
16. Okt 21:00 Kasseturm, Weimar
18. Okt 22:00 Cafe Wagner, Jena



***MySpace***

Artikel drucken