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25 Jahre Bandgeschichte, das entspricht schon mal leicht 50 Menschenjahren. So auch bei den norwegischen Poppern a-ha, wie sich bei der aktuellen und abschließenden Werkschau „25“ heraushören lässt. In der Jugend rebelliert man noch im ungestümen „Take on me“ und pubertiert im pathetischen „Crying in the Rain“. In der zweiten Lebenshälfte dann die Erkenntnis: „Summer moved on“. Und letztlich endet man im Altersruhesitz am „Foot of the Mountain“. Das klingt nach der puren Epik, wie sie eine über Jahrzehnte international erfolgreiche Band verdient hat. Aber wie nachhaltig ist die Musik von a-ha wirklich? Jetzt mal ehrlich: die Epik einer Doppel-CD für ein Viertel Jahrhundert Musikgeschichte hätte es bei a-ha nicht bedurft. Nicht nur alle 34 Singles, sondern auch noch vier weitere (noch unbekanntere) Lieder und ein brandneuer Song sind enthalten. Bei der strikt nach ursprünglichem Erscheinungsdatum sortierten Playlist entstehen immer wieder längere Durststrecken. Die Vorfreude auf eingängige Hits wie den 1987er James Bond-Titelsong „The Living Daylights“ wächst nach fünf verschrobenen Hinterbänkler-Liedern ins Unermessliche. „You're all the things I've got to remember“ Mit zunehmendem Alter wird dieser Effekt immer schlimmer. Konnte man aber auch schon kommen sehen: Als waschechte Eighties-Gruppe hatten a-ha sich ihren Ruhm natürlich nur durch das meisterliche „Take On Me“-Video erspielt (zuvor war die Nummer eindeutig gefloppt). Die nachfolgenden Clips wurden immer unbedeutender, ein Hit wie „Take On Me“ war nicht mehr dabei. Trotz allem hat die Gruppe das Vierteljahrhundert vollgemacht, und das verdankt sie natürlich in erster Linie ihren treuen Fans. Vor allem in Deutschland scheinen die Anhänger seit den Anfangsjahren durchgehalten zu haben. Das Comeback im Jahr 2000 war nirgends sonst außerhalb Norwegens so gut geglückt. Pop auf höchster Weichspülstufe, weniger beatlastig und mit dem Keyboard ganz weit im Hintergrund. Inzwischen läuft a-ha nicht mehr in der Disko, sondern nach Feierabend auf dem Ledersofa. Auffällig ist, dass die letzte Singles-Collection auf zwanzig Jahre, von 1984 bis 2004, angesetzt war. „25“ verlegt die erste Single ohne mit der Wimper zu zucken auf 1985. Im Pop zählt eben nicht die Wahrheit, sondern der gut verkäufliche Schein. Eine Feststellung, die den Farewell-Song „Butterfly, Butterfly (The Last Hurrah)“ ein wenig seines Pathos beraubt – wenn die Kohle stimmt, kommt ja jeder aus dem Ruhestand zurück. Aber brauchen die Feierabend-Fans, die auf den Abschieds-Schmus einsteigen, überhaupt den totalen Karriererückblick? Ein „Best-of-Greatest-Hits-Essential“ wird ja eigentlich für die ewig Hit-Verrückten gemacht, denen schon eine Handvoll totgespielte Songs reichen. a-ha teilen diese Ansicht nicht und bedienen mit ihrer umfassenden Retrospektive ihre „wahren“ Anhänger. Beziehungsweise die besonders neugierigen Weggefährten, die einfach jeden Schnipsel ihrer Idole haben wollen. Wer nicht so viel Neugier und Geduld mitbringt, sollte eher auf eine der früheren Single-Sammlungen zurückgreifen. Denn ob a-has Kaugummi-Pop jetzt endgültig auf dem Walk of Fame festgetreten wurde oder schon vor zehn Jahren den Geschmack verloren hat, bleibt jedem Hörer selbst überlassen. Die rosafarbene Blase ist jedenfalls geplatzt.
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