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Editors, Interpol, White Lies – unwillkürlich denkt man an düstere Klänge mit einer Mischung aus Synthies und Gitarren. Indie trifft auf New Wave. Musik wie aus den 80ern. Immer wieder werden Vergleiche gezogen. So große Namen wie Joy Divison oder New Order werden genannt. Der gute alte Sound ist wieder "in", doch sich aus der Masse dieser neue Welle hervorzuheben, ist gar nicht so einfach. Customs sind der belgische Beitrag zum New-Wave-Revival. Auch hier werden 80er-Jahre-Musik-Kenner schnell assoziieren: Die Stimme von Sänger Kristof Uittebroek klingt ein bisschen nach Neil Tennant von den Pet Shop Boys und ganz stark nach Steffen Keth von De/Vision, und der Vergleich passt auch bei der Musik. Customs sind in ihrer Heimat Belgien die absoluten Shooting-Stars, ihre Songs laufen dort im Radio rauf und runter. Das Debüt-Album "Enter the Characters" hat einige Ohrwürmer zu bieten: zum Beispiel den eingängige und wuchtige Opener "The Matador" oder das gut tanzbare "REX". Freunde des guten alten New Wave werden ihre Freude haben, zugleich aber auch etwas vermissen. Das Album ist stimmig, sauber produziert und bietet Abwechslung, zumindest was das Tempo und die Wandlungsfähigkeit des Sängers angeht. Dennoch klingt das Album zu konform, zu gleichförmig, zu glatt. Und es fehlt was Neues, etwas Einzigartiges und Unverwechselbares. Sänger Uittebroek ist eben nicht Tom Smith von den Editors, und Synthie-Klänge mit Gitarren gibt es auch genug. Uittebroeks Stimme ist markant, aber nicht unverkennbar oder gar außergewöhnlich. Customs haben zweifellos Talent und Potential, orientieren sich aber zu offensichtlich und zu stark an ihren unverkennbaren Vorbildern. Das Erstlingswerk macht dennoch Spaß, wenn man sich die Zeit nimmt, das Album mehrfach zu hören und die Highlights herauszufiltern. ***MySpace***
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