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David Carrolls Gesang verbreitet gute Laune. Liegt es an der abwechslungsreich tönenden Stimme, an den Texten oder an der Melodie, die durchweg Stimmung erzeugt? Vielleicht ist es alles zusammen, was hier eindrucksvoll auf dem Debutalbum präsentiert wird. Der Sohn einer österreichisch-tschechischen Hippie-Dame und eines amerikanisch-irischen Schriftstellers hat viel von der Welt gesehen. Von Irland ging es im Kindesalter nach Frankreich, später war er in London, Dublin, New York und in den Pyrenäen unterwegs. Vieles davon spiegelt sich in der musikalischen Diversität Carrolls wieder. Der Opener „I should have been a monk“ vereint die mit melancholischen Verve belegte Stimme des Sängers mit schönen Lyrics und netter Hookline. Das zeichnet nahezu alle seiner Lieder aus: eingehende Strophen, die man gerne auch den ganzen Tag vor sich hinsummt. Deutlich wird dies auch bei „The Guest“ (Anspieltipp). Wenn Three Doors Down gut gelaunte (und gute) Musik machen würden, dann klänge das so. „Short Cuts“ tönt wie eine Mischung aus Bob Dylan und den Meat Puppets – ein Highlight. Neben „I‘m Alive“ vergisst man es jedoch sofort. Wenn ein Song direkt in den ersten Zeilen Emotionen wecken kann, dann dieser. Eine gekonnte Gradwanderung, die trotz ihrer Violinen-Parts nie in den Abgrund des Schmalzes abgleitet. Die ersten fünf Songs pflegen das Folk-Image und nehmen Anklang an altbekannte Rhythmen á la The Byrds. Neben den Gitarren bricht dann Carrolls „dunkle“ Vergangenheit hervor: Seine Wurzeln im Hip-Hop. Einst war er MC der Hip-Hop-Kombo „Nonuts“. Im Song „Lucy“ tritt Carroll jetzt über die engen Grenzen des Folk hinaus. Gekonnt wird Sprechgesang mit Melodie kombiniert. Dazu Freudengejauchze und Synthiebegleitung – und es funktionierende. Insbesondere im zweiten Teil des Albums trübt der Sprechgesang jedoch das Gesamtbild. Dennoch ist dies Kritik auf hohem Niveau, keiner der Songs ist unerträglich oder mittelmäßig. Das Album spiegelt musikalisch die verschiedenen Lebensorte und Musikrichtungen wider, die Carroll in seiner Jugend aufgesaugt hat. Vor der gebotenen musikalischen Bandbreite möchte man daher nur „Chapeau!“ rufen. Alles in allem ein überragendes und zugleich auch „nettes“ Album. Die Musik eines Sängers, der mehr zu bieten hat als das einfache „Folksänger“-Klischee. ***Offizielle Homepage***
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