Genre: Soul/Singer-Songwriter
   
 

   
Diese Stimme – sie ist das markanteste an diesem 21-jährigen Kanadier. Und sie lässt einen nicht so schnell los. Vor zwei Jahren überzeugte Justin Nozuka bereits mit seinem Debütalbum "Holly" und der herzzerreißenden Single "After Tonight". Den großen Durchbruch hierzulande schaffte er damit noch nicht. Völlig zu unrecht.

Es braucht nicht viel, um von Justin Nozuka in den Bann gezogen zu werden. Ein zurückhaltender Stakkato-Teppich aus Gitarre und Schlagzeug trägt seinen Gesang, der Sound baut sich stetig auf, wird stärker und wuchtiger. Melancholie, Sehnsucht, Kraft, Wut – ein Strudel aus Emotionen entlädt sich schon im ersten Song. Und so geht es stetig weiter: Nozuka entpuppt sich als perfekter Singer-Songwriter, der seine Musik lebt und dem man wirklich jedes Wort, jeden Ton aus seinen Lippen vollkommen abnimmt. Dabei möchte man nur ihm lauschen, ihm ganz allein. Die Background-Sänger scheinen nur lästiger Firlefanz, den er nicht nötig hat.

"You I Wind Land Sea" – ein Albumtitel, mit dem man Freiheit, Natur, Ursprünglichkeit assoziieren mag, und so klingen auch die meisten Songs. So ganz kann Nozuka sich dem Mainstream aber nicht entziehen. Titel wie "Carried you" oder "Heartless" sind nette und eingängige Easy-Listening-Stücke, bei denen man sich gern mal an den Motown-Sound erinnert. Hier aber ein bisschen zu locker, ein bisschen zu geschmeidig. Dabei mixt Nozuka die verschiedensten Musikrichtungen: ein bisschen Funk, ein bisschen Soul, ein bisschen Pop, ein bisschen Blues. Das alles fließt problemlos ineinander, verschmilzt zu einem harmonischen Ganzen. Seine Stärke liegt aber eindeutig in den melancholischen Stücken. Hier kann er seine Stimme voll entfalten, seine ganze Palette an Emotionen präsentieren. Wie in dem wundervollen "How Long", mit dem dieses gelungene Album ausklingt.



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