In keine Konzerthalle htten sie besser hineingepasst: schwarze Decke, rote Stoffe an den Wnden, Kronleuchter ber den Bars. Eine fantastische Atmosphre fr ein groartiges Konzert doch zunchst wird der erwartungsvolle Zuhrer auf die Folter gespannt: einstndiges DJ-Set statt Vorband, danach noch Umbau und Soundcheck.

Dann geht es endlich los ein starker Einstieg mit "Mothman". Der zweite Song ist bereits ein Hit: "Underdog" vom aktuellen Album "West Ryder Pauper Lunatic Asylum", benannt nach Grobritanniens erster psychiatrischer Klinik fr Arme. Einen irren Eindruck macht auch der Snger Tom Meighan, der eine unglaubliche Bhnenprsenz hat und zugleich wie in einer anderen Welt wirkt. Im einen Moment steht er mit gefalteten Hnden andchtig da, im nchsten lenkt er Publikum und Band wie ein Dirigent.

Die erste halbe Stunde wird durchgepowert, Elektro-Rock vom Feinsten. Dann gibt es eine Verschnaufpause: Sergio Pizzorno tauscht die elektrische gegen eine akustische Gitarre, Meighan scheint zur Ruhe zu kommen und prsentiert ein fantastisches "Thick As Thieves", danach genau wie auf dem Album durch eine Frauenstimme angekndigt "West Ryder Silver Bullet".

Es folgt "Empire" und die Massen sind mitgerissen wie beim ersten Song die Halle tobt. Meighan, der sich sonst sehr in den Mittelpunkt stellt, rumt das Feld und verlsst die Bhne. Pizzorno ist an der Reihe, das explosive "Take Aim" singt er allein. Und es gelingt ihm hervorragend. Beinah wird man erinnert an Oasis an einen narzisstischen Liam und einen zurckhaltenden Noel Gallagher. Der eine reit sofort mit und er andere legt so viel Gefhl in seinen Gesang.

Meighan erscheint wieder, hat den langen braunen Ledermantel und damit auch die Unnahbarkeit ablegt und beginnt zu plaudern. "Alles klar?" fragt er nicht nur ein Mal und verfllt schnell wieder ins Englische. Man merkt ihm an, wie gern er auf der Bhne steht Singspiele mit dem Publikum im Stil von "Ich singe vor, ihr singt nach" muss er nicht ankndigen, sie passieren einfach. "Thats how I like it" kommentiert er und wirkt beinahe gerhrt.

Im nchsten Moment steht er mit zum Himmel gereckten Armen da, die Augen geschlossen, fhlt die Musik. Er singt, als wre es das einzige, was zhlt. Die Beats treiben, die Gitarren drcken und zwischen alte und neue Songs mischen sich langsam die Hits. "Fast Fuse", dann "Club Foot". Die Band verlsst die Bhne.

Vereinzelte Rufe nach Zugaben, Blicke auf die Uhr eigentlich steht fest, dass sie zurckkommen. Es werden noch drei Lieder gespielt von jedem Album eines, genauso gemischt wie der bisherige Abend. Ein starkes "Vlad The Impaler", das fast nach The Prodigy klingt, dann "Stuntman". Schlielich "L.S.F.", harmlos poppig im Vergleich zu anderen Songs, aber nach nur eineinhalb Stunden ein schnes Ende: Lost souls forever.


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