Dicht gedrngt stehen die Besucher in der alten Fabrikhalle. Altersgruppen und Nationalitten sind bunt durchmischt. Gespannt wird dem einzigen Deutschland-Konzert der US-amerikanischen Band The Dandy Warhols entgegen gefiebert. Der Support Act AK/DK enttuscht nicht. Graham Sowerby und Ed Chivers lassen es auf zwei Schlagzeugen und an zwei Synthesizern ordentlich krachen. Sich gegenber sitzend bastelt das Duo originelle, aufeinander abgestimmte Beats, Sounds und Halleffekte. Rhythmisch-sphrische Landschaften erinnern in ihren besten Momenten an den Stil der Elektro-Rockband Battles. Auf originelle Weise finden sogar verfremdete Gameboy-Melodien Eingang in die improvisierten Stcke. Danach gestaltet sich der Umbau als langwierig. Erst gegen 22.30 Uhr tritt die lang erwartete Rockband die Bhne, die ihren Namen in Anlehnung an Andy Warhol erfand.

Ein Tribut an Kraftwerk

Gleich als Einstieg spielt die Band "Sad Vacation", die erste Single aus ihrem gerade erschienenen Album "This Machine". Verschwrerisch singt Courtney Taylor-Taylor vom Ziehen des Schlussstriches in einer Beziehung: "cause the more you stay the same, the more you feel like you have to change". Nach dem Stck lobt der Leadsnger Dsseldorf, weil die Stadt seiner Band als Heimat des Dsseldorfer Elektro-Trios Kraftwerk schon zuvor ein Begriff war. Leise und gemigt geht es mit der zweiten Single aus dem neuen Album weiter: "well the're gone and you belong to me, just stay here in my arms". Leider ist die Akustik bei diesem Song eher mig und die Stimme Taylor-Taylors zuerst kaum hrbar. Keyboarderin Zia McCabe genehmigt sich ein Bier, whrend sie sich lssig elegant im Rhythmus des Songs von einem Bein auf das andere wiegt. Wie bei Kraftwerk mutet die Performance vom ersten Eindruck an minimalistisch an. Als die Band den Hit "You Were The Last High" performt, schmusen viele Prchen unter den Besuchern.

Schwelgerische, lssige Songs einer abgehobenen Band

Der Schlagzeuger Eric Hedford rauchte eben noch auf der Bhne eine Zigarette. Jetzt bersingt er beim Refrain sanft den Leadgesang Taylor-Taylors. Bassist Peter Holmstrm wird regelmig eine neue Gitarre aus der Requisite gereicht. Als der Leadsnger zu "Bohemian Like You", dem grten Hit der Band, ansetzt, gibt es eine Rckkoppelung. Schnell verschiebt Taylor-Taylor Mikrophone und singt mit laszivem Timbre weiter, ohne die Performance zu unterbrechen.

Etwas mehr Kontakt zum Publikum wre schn gewesen, zum Beispiel indem die Bandmitglieder etwas ber die neuen Songs erzhlt htten. Oft blieben Inhalte verborgen, wenn der Gesang etwa akustisch untergeht. Trotzdem reit die Hipster-Band aus Portland einen mit, weil die Songs trotz der manchmal bescheidenen Akustik durchweg stark sind. Auch sprt man, dass das Quartett Spa an seiner Performance hat.

Routinierte Performance starker Songs

Der Hhepunkt des Abends ist der Song "We Used To Be Friends", bei dem alle Bandmitglieder rhythmisch klatschen und den Refrain gemeinschaftlich singen. Das Publikum stimmt mit ein. Auch beim unmittelbar folgendem "I'm Free" springt der Funke ber und die Menge brodelt. Richtig laut und psychedelisch wird es schlielich gegen Ende des Konzertes, als das Quartett "The World Come On" und "Wasp In The Lotus" aus dem Album "Earth To The Dandy Warhols" performt. Als Abschiedssong spielt die Rockband schlielich noch das folkige "Country Leaver" aus ihrem ersten Album. Auf eine Zugabe verzichtet die Band leider, obwohl das Publikum lautstark danach verlangt. Gegen Mitternacht bahnt sich der ergriffene Konzertbesucher den Weg aus der kultigen Location.


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