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Zehn Jahre ohne Selig und plötzlich sind sie zurück – voll und ganz. Selig sind schon wieder auf Tour und haben neben ihren Klassikern auch das neue Album "Von Ewigkeit zu Ewigkeit" im Gepäck. Am Montag bescherten sie den Kölner Fans im E-Werk einen besonders schönen Wochenanfang. Ein langes Intro, blaues Licht – nach und nach betreten Selig die Bühne, begeben sich an ihre Instrumente. Der Klangteppich wird immer stärker, lauter, vielfältiger. Mit "5.000 Meilen" geht es los – der Opener des neuen Albums. Sänger Jan Plewka steht in den Startlöchern: mit angewinkeltem Knie und leicht nach vorn gebeugt scheint er in jedem Moment abzuheben: "5.000 Meilen über dem Meer". Er sucht von Anfang an die Nähe des Publikums – als würde er am liebsten hineinspringen. Altbewährter Minimalismus Besonders große Freude kommt auf bei der Ankündigung von "Liedern aus der alten Zeit". "Schau-Schau" – die Single vom letzen Album ist gerade ein Jahr alt und ist doch schon ein Selig-Klassiker, den ihre treuen Anhänger von der ersten bis zur letzten Silbe mitsingen. Große Show? So etwas braucht eine echte Rockband nicht. Sie selbst und ihre Instrumente – was will man mehr? Da wird ein bisschen im Takt mit dem Kopf gewippt, wenn es ganz emotional wird, schüttelt man das Haar – soweit vorhanden. Ab und zu mal leicht in die Knie gehen und höchstens mal leicht das Becken zur Seite schieben – das reicht. So reduziert die Band sich bewegt – Plewka tanzt genug für alle. Selig spielen mit Herzblut, Lust und Leidenschaft. Sie sind eine Band aus "Liebe, Romantik und Enthusiasmus" (Plewka) – und das spürt man im Saal. Plewka wirkt glücklich und bewegt – "Und endlich unendlich" ganz "Selig" auf der Bühne. Rock und Poesie für Augen und Ohren Der energische Frontmann rotiert wie ein Duracell-Häschen, schlackert mit den Armen durch die Luft, tänzelt im Kreis, legt sich auf den Boden und rockt den Saal. Je später der Abend, umso mehr dreht er auf. Spielt eine imaginäre Geige, klimpert auf einem Luftklavier, trommelt auf einem unsichtbaren Schlagzeug – eine wahre Freude ihm zuzusehen. Und auch zuzuhören. Ummantelt vom Teppich seiner spielfreudigen Bandkollegen, die der gesungenen Poesie erst die richtige Stimmung verpassen. Die komplexen Texte von Selig singt das Publikum locker mit und wer nicht ganz so textsicher ist, der kann immer mal wieder "Hey Ho" und ähnlich einfache Passagen mitsummen. Selig sind echt, ehrlich, glaubwürdig. Das macht sie wohl so beliebt und hat ihnen in all den stillen Jahren wohl einen Platz im Herzen ihrer Fans bewahrt – "Von Ewigkeit zu Ewigkeit". ***MySpace***
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