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campus-web.de stellt an dieser Stelle in der Reihe Hitparade Platten vor, die Epoche gemacht haben. Platten, die nachhaltig Pop geprägt haben – und es heute noch tun. Wie konnte es soweit kommen? Warum müssen Deine Mutter wie auch Deine Kinder dieses Werk besitzen? Wir bringen Licht in die History of Rock 'n' Pop! In nur fünf Jahren Bandgeschichte veröffentlichte die britische Band The Smiths vier Studioalben; heute werden sie oft als Erfinder des Britpops bezeichnet. Dank der ewig schmachtend-sehnsüchtigen Stimme von Morrissey gepaart mit dominierenden Gitarrenriffs sind ihre Songs schon nach wenigen Sekunden unverkennbar und beeinflussten damit Bands wie Muse oder blur. Der harmonisch-melancholische Sound der Smiths ist unverwechselbar und zeitlos. Einschmeichelnde und eingängige Melodien, getragen auf sanften, prägnanten Gitarren, zu denen Stephen Patrick Morrissey mit vielen "lalalas" und "ohohos" mit reichlich Herzschmerz in der Stimme mal bissige, mal bitterböse, mal traurige Lyrics singt. Gerade diese provokanten Texte aus der Feder von Morrissey, der sich nicht vor politischen und gesellschaftlichen Statements scheute und damit häufiger für Medienskandale sorgte, sind typisch für The Smiths. Die 80er Jahre waren eine Zeit, in der sich die Musik politisch eher zurückhielt. "Punk is dead" lautete die Parole und damit waren trotz atomarer Bedrohung und Kaltem Krieg auch allzu politische Songtexte eher verpönt. Synthie-Pop verdrängte zunehmend "echte" Instrumente und Disco-Pop gewann zunehmend an Popularität. The Smiths weigerten sich erfolgreich, mit dem Strom zu schwimmen und setzten sich mit skandalträchtigen Texten und handgemachter Gitarrenmusik durch. Eine der größten Provokationen war das Album "The Queen Is Dead" – nicht nur eine Anspielung auf das britische Königshaus, sondern vielmehr Höhepunkt der sorgsam gepflegten Abneigung gegenüber der Regierung Thatcher. Da scheint der Aufruf zum Fleischverzicht mit dem Vorgänger-Album "Meat Is Murder" schon eher harmlos, dessen Titel zu einer Art Schlagwort für die Vegetarier-Bewegung wurde. Morrissey selbst ist bekennender Vegetarier und brach auch schon mal ein Konzert ab, weil der Geruch gegrillter Würstchen durch die Halle zog. In den 1980er Jahren glaubte man noch, dass Fleischverzicht zu Mangelerscheinungen und Krankheiten führen würde. Die Fleischindustrie war mittlerweile zu einer Massenproduktion geworden, in der das Tier als Lebewesen nicht mehr viel galt. So schildert der Albumtitel "Meat Is Murder" unverhohlen das Leiden von Schlachttieren: "Hifer whines could be human cries, closer comes the screaming knife, this beautiful creature must die [..] A death for no reason, and death for no reason is murder." "Meat Is Murder" schaffte es als einziges The-Smiths-Album an die Spitze der britischen Charts, wo sich die Band selbst doch eher als "Single-Band" bezeichnete. Es gibt deutlich mehr Hit-Kompilationen als Studioalben. Auf dem zweiten Studioalbum findet man auch kaum große Hits. Lediglich "That joke isn't funny anymore" wurde als Single ausgekoppelt. "How soon is now" ist bis heute einer der bekanntesten Songs der Band und erschien erst auf späteren Wiederveröffentlichungen der Platte. Der typische Smiths-Sound erreichte ein Jahr später mit "The Queen Is Dead" seinen kreativen Höhepunkt, in dem sich die Kompositionen und Arrangements schon um einiges ausgereifter, kreativer und harmonischer zeigen als auf dem Vorgänger-Album. "Meat Is Murder" ist nicht zuletzt auch wegen seines verstörenden Covers ein wichtiges Album, dass jeder mal gehört und gesehen haben sollte: das Bild zeigt einen Soldaten und stammt aus dem Filmplakat des Dokumentarfilms "The year of the pig", der sich mit dem Vietnamkrieg befasst. Statt "Make love not war" – so die eigentliche Aufschrift auf dem Helm, ist nun die Anklage "Meat is Murder" zu lesen. Morrissey ist bis heute noch erfolgreicher Solokünstler, der auch ohne Johnny Marr (Gitarre, Piano), Andy Rourke (Bass) und Mike Joyce (Drums) immer noch für den typischen The-Smiths-Sound sorgt. Bis heute hat er nichts von seiner Eigenwilligkeit, seiner verwirrenden und doch eleganten Ironie verloren. ***MySpace Morrissey***
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