Genre: Bluesrock
   
 

campus-web Bewertung
"40th Anniversary Edition" (2CD)
3/5
   
Zu "L.A. Woman" muss man eigentlich nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Das letzte Album der Doors ist ein Meilenstein der Musikgeschichte. Jetzt feierte das Album sein vierzigjähriges Jubiläum und passend zur Dokumentation "Mr. Mojo Risin'" gibt es eine Spezialauflage des Albums mit zwei CDs im schicken Digipack zum Aufklappen. Dabei ist auf der ersten CD das reguläre Studioalbum zu finden, in all seiner altbekannten Herrlichkeit. Die zweite CD wartet mit alternativen Takes aus dem Studio auf: Bis auf "L'America", "Hyacinth House" und "Crawling King Snake" sind alle Songs von "L.A. Woman" nochmal als Alternate Versions zu hören. Zusätzlich dazu gibt es auch zwei bisher unveröffentlichte Tracks.

Die Alternativen Takes aus dem Studio sind durchaus interessant anzuhören, weil man das Gefühl hat, im Studio beim Einspielen live dabei zu sein. Dafür sorgen unterhaltsame Ansagen durch verschiedene Bandmitglieder und – vor allem – Jim Morrison: Bei "Been Down So Long" hört man zum Beispiel zu Beginn Gelächter, bevor Morrison mit der Ansage "Alright, let's get serious now!" den eigentlichen Song einleitet. Musikalisch auffallend bei den alternativen Takes ist vor allem, dass zwar die Basis der Songs bereits steht – dennoch fallen gerade einem Kenner des Albums immer wieder kleine, aber feine Unterschiede auf. Das liegt zum Teil an unterschiedlichen Phrasierungen oder Improvisationen der Instrumentalfraktion. Aber auch Morrison gibt den Vorgängerversionen der Songs teilweise eine ganz andere Note und dadurch auch einen anderen Vibe.

Zu den Bonustracks: "She Smells So Nice" ist eine schnelle Bluesrock-Nummer die gut nach vorne geht und nahtlos in den zweiten Song "Rock Me" übergeht. Letzterer ist ein waschechter langsamer Blues, wie aus dem Lehrbuch. Leider fällt bei beiden Tracks auf, dass die Gesangsspur zum Teil fürchterlich übersteuert aufgenommen wurde. Das schmälert den Genuss dieser ansonsten anständigen Songs schon ziemlich, macht sie aber nicht unhörbar.

Das Booklet beherbergt neben einem kurzen interessanten Abriss der Alben-Geschichte und dessen Einfluss auf die Musikwelt auch eine Enttäuschung: Zieren doch die Lyrics als Wasserzeichen immer mal wieder die Gestaltung des Booklets und des Digipacks, so sind sie nirgendwo vollständig und leserlich abgedruckt. Da wäre mehr drin gewesen, gerade bei einer Jubiläumsedition.

Was bleibt abschließend zu sagen? Für Sammler und langjährige Fans ist es mit Sicherheit interessant den Doors ein Stück weit live im Studio zuzuhören – altbekannte Songs bekommt man hier in etwas veränderter Form geliefert. Jeder, der die CD nicht kennt, wird mit dem regulären Album eher etwas anfangen können und kann vorerst getrost auf Alternative Takes und Bonustracks verzichten.

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