Seit Wochen laufen die Vorbereitungsarbeiten auf die FIFA Fussballweltmeisterschaft 2006™ im Kölner Stadion auf Hochtouren. Am Sonntag war das „Herzstück“ an der Reihe: Der neue WM-Rasen wurde verlegt. 20 Lkw waren in den frühen Morgenstunden aus der Nähe von Venlo aufgebrochen, um insgesamt 545 Grasbahnen in die Domstadt zu bringen und im Stadion auszurollen. Jede einzelne war 1,20 m breit, 12 m lang und 3,5 cm dick.
 DER WM-Rasen wird verlegt
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"Morgen Nachmittag erfolgt die Abnahme durch die FIFA, danach wird der Rasen noch eingepflegt und optisch auf den besten Stand gebracht", erklärte Engelbert Lehmacher vom sog. Rasenkompetenzteam, das im Auftrag der FIFA für die Spielfelder in allen WM-Stadien zuständig ist. "Was die technischen Eigenschaften anbelangt, könnte bereits morgen hier Fußball gespielt werden", führte Lehmacher weiter aus. "Denn prinzipiell muss der Rasen nicht anwurzeln, damit man darauf spielen kann.“ Er geht aber davon aus, dass sich bis zum Anpfiff der ersten Begegnung in Köln (11. Juni) rund 5 cm lange Wurzeln gebildet haben werden, was die z.B. Scherfestigkeit positiv beeinflusst.
Beim WM-Rasen, der in allen Stadien sehr ähnlich, aber nicht vollkommen identisch ausfällt, handelt es sich um eine Mischung aus 70% "Poa pratensis", einer Wiesenrispe, und 30% "Lolium perenne", einem robusten Weidelgras. Wie Engelbert Lehmacher informiert, wurde für jedes Stadion rund das Doppelte der letztendlich benötigten Menge angebaut – ein Prozess, der insgesamt nahezu zwei Jahre in Anspruch nahm und von zwei Lieferanten bewerkstelligt wurde: dem niederländischen Unternehmen "Hendriks Graszoden" und dem hessischen Landschaftsgärtner-Betrieb "Büchner Fertigrasen".
In der Domstadt war John Hendriks zuständig, mit 18 Mitarbeitern verlegte er das WM-Grün. Die Arbeiten wurden routiniert und sehr zügig abgewickelt, schließlich gehört Hendriks schon seit Jahren zu den führenden Spezialisten – und innerhalb weniger Wochen ist Köln bereits die sechste Stadion auf der "Rasen-Tournee" des Niederländers. John Hendriks war viel unterwegs: "In Berlin, Hamburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Leipzig und Köln sind wir jetzt schon gewesen. Nun kommt nur noch Hannover an die Reihe."
„Der neue Rasen macht einen vorzüglichen Eindruck“, meinte nach Abschluss der Arbeiten in den frühen Abendstunden ein sichtlicher zufriedener Thomas Roth, der als Head-Greenkeeper der Kölner Sportstätten für die Pflege des WM-Grüns verantwortlich ist. „Er fühlt sich wie ein wunderbarer dicker Teppich an, der den in Köln antretenden Mannschaften optimale Bedingungen bescheren wird!“