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Vier Mannschaften, vier Redakteure, die meinen, ihren Senf dazugeben zu müssen. Heute gibt's die Bananenflanke extra lang mit: England-Heulsuse Frau Tüngler, Müller-Hohenstein-Fan Görge, Nöchtegern-Statistiker Niendorf und der personifizierten Fußball-Inkompetenz Herth. Görge: Da war Oliver Kahn ein Mal in erträglicher Verfassung. Kathrin Müller-Hohenstein sorgte mit ihrer Moderation, abgesehen vom Outfit, ausnahmsweise für keinerlei Gesprächsstoff. Taio Cruz lieferte ein Playback-Spektakel vom allerfeinsten. Der Kommentator hieß nicht Bela Rethy oder Wolf- Dieter Poschmann. Das Schiedsrichtergespann leitete die Partie fehlerfrei. Es gab Verlängerung und Elfmeterschießen. Spieler wie Xabi, Iniesta oder Cristiano Ronaldo gehörten zum Aufgebot: Namen, die bei Fußballfachleuten ähnlich wirken wie Viagra. Keine Bengalischen Feuer, keine Ausschreitungen, kein Waldi's Club. Besser kann ein Rahmenprogramm nicht aussehen. Und dann so etwas. Taktiker mögen die Portugiesen als die bessere Mannschaft gesehen haben. Der einfache, Bier trinkenden Fan langweilte sich zu Tode. Herth und Tüngler: Absolut richtig. Denn wer hätte gedacht, dass es unter den letzten vier verbliebenen Mannschaften ein Spiel geben könnte, das in der regulären Spielzeit noch langweiliger sein würde, als die immer-affige Ballett-Show vor dem Match? Wer hat sich die eigentlich ausgedacht? Naja, ganz egal, da mussten wir halt durch. Viel vom Spiel haben wir (Herth und Tüngler) nicht mitbekommen. Beschäftigten wir uns doch lieber mit preisgünstigem Bier und SMS-Konversationen. Der Spielverlauf machte es möglich. Wer nicht schießt zur rechten Zeit… Und dann kam das Elfmeterschießen. Ganz unerwartet. Wir rätselten, ob Cristiano Ronaldo wohl als erster, oder macho-mäßig als letzter für sein Land antreten würde. Er entschied sich für letzteres. Wollte er noch Zeit haben, um seine Frisur für den Anlass umzuändern? Wir wissen es nicht. Dummerweise kam er gar nicht erst zum Schuss. Wie er sich darüber ärgerte, konnten die Zuschauer live sehen: Arrogant-fluchend stand er auf dem Spielfeld und dachte sich vermutlich, dass er das Ding hätte reißen können. Aber wenigstens saß die Frisur. Fazit von Görge: Eine Erkenntnis bestätigte sich jedoch auch an diesem Abend. Einen Fernseher kaufen, um sich die Spiele anzuschauen: 300€ Ein Kasten Bier zum Spiel: 20€ Cristiano Ronaldo weinen sehen: unbezahlbar. Niendorf: Schon vor der Partie kam es zu einer großen Statistik-Schlacht: Noch nie gewann Deutschland bei einem Turnier gegen Italien. Andererseits konnte die deutsche U21 vor drei Jahren gegen die jungen Italiener triumphieren. Außerdem wurde die "deutsche Elf" immer Europameister, wenn Italien auf England traf. Im Spiel kam eine weitere hinzu: Wenn Kroos die Ecken schießt, kommt der Ball nie in den 16er. Herth und Tüngler: Schon niedlich, wie Klassensprecher Philipp Lahm pflichtbewusst der Klasse im Stadion vor Spielbeginn sein Gedicht über Toleranz vorlas und sich vor Aufregung verhaspelte. Ganz unaufgeregt im Gegensatz dazu die Musik-Stunden-Einlage der Italiener, die alle lauthals und leidenschaftlich mitsangen. Hätte man sich fast schon denken können, was darauf folgen würde. So lasch, wie die Deutschen ihre Hymne im Vergleich mitsangen, kann man eigentlich schon von Klassenunterschieden sprechen. Was in den 90 Minuten danach folgte waren zwei Einser vom italienischen Klassen-Clown Mario Balotelli, dessen Frisur den Vergleich zu einer alles niederreißenden Kreissäge nur noch anbringbarer macht. Elfmeterschießen: sehr gut (-) Wie der Französisch-Lehrer Monsieur Schiri teilweise gepfiffen hat, bleibt wohl im unteren Notendrittel. Etwas sah er aber: Der Handspiel-Pfusch-Versuch der Italiener wurde bestraft, mit einem Elfmeter. Musterschüler Özil verwandelt gegen Buffon und macht es damit besser als zuvor die Engländer, auf deren Stundenplan Elfmeter-Schießen vielleicht noch mehr Platz einnehmen sollte. Dennoch scheint den Deutschen vor allem das bayerische Bildungssystem einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben. Die sieben Bayern-Spieler in den deutschen Reihen halten sich an's Vereins-Diktat und predigen den Knapp-Kein-Titel-Leitsatz. Es bleibt bei den Deutschen die Hoffnung, im nächsten Turnier eine Eins + mit Sternchen zu ergattern. Denn um einen Stern geht es bei der EM ja sowieso nicht. Fazit von Niendorf: Verdient zog Italien ins Finale ein. Nicht unwahrscheinlich, dass Spaniens Serie reißt. Prandellis Team lieferte bisher immerhin den besten Fußball der EM. Deutschlands "goldene Generation" verpasst hingegen zum vierten Mal in Folge einen möglichen Titel. Damit muss sich nun auch Löw hinterfragen. Ob Katrin Müller-Hohenstein und "Waldi" Hartmann nun das Ruder übernehmen, bleibt offen.
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