Was für eine Saison? Die 49. Bundesligasaison ist zu Ende, zum Glück. Das hält doch kein normaler Fan mehr aus. Da war alles drin: Spannung, Spaß, Leid und vor allem: pure Schadenfreude. Der BVB holte das Double, genauso wie Erzrivale Schalke 04. Die „Mia san mia-Garde“ schnappte sich das Triple und König Otto fuhr nun endlich in den Urlaub.

Vize-Triple krönt eine erfolgreiche Saison

„Der FC Bayern war drei Mal in einem Endspiel, eigentlich kann man mit der Saison doch recht zufrieden sein“, fasste der Kaiser ernsthaft nach dem verloren gegangen Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea zusammen. Recht hat er. Nach Bayer 04 Leverkusen, genannt „Vizekusen“ (übrigens: Die Werkself hat sich diese Bezeichnung rechtlich schützen lassen), ist keiner deutschen Mannschaft dieses Kunststück mehr gelungen. Auf Robben und Co. ist nun einmal Verlass. Gerüchten zu Folge soll die holländische Käsekugel Ursprung einer Werbekampagne eines großen deutschen Autoherstellers mit zwei Buchstaben sein: „Oben links! - Kannst du nicht woanders? – Unten rechts? – Ja, rechts ist meine starke Seite? – Ich schieß auch nicht so fest – Okay!“ Gesagt getan.

So harmonierte der quirlige Oranje-Kicker stets mit seinem Gegenüber. Sowohl BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller als auch Chelsea-Keeper Petr Cech waren mit dem Bayern-Knipser auf einer Wellenlänge. Nur mit dem Madrilenen Iker Cassilas schien es sprachliche Barrieren gegeben zu haben.
FCB-Boss Uli Hoeneß wirkte jedoch nicht allzu erfreut. Hatte er doch schon von der Ehrentribüne das Fernglas für die Mitstreiter ausgepackt. Der „Bayern-Präsi“ braucht nun mal Titel und Würstchen. So wird in Vereinskreisen gemunkelt, dass Frau Hoeneß eine große Salatschale, einen übergroßen Gral und eine fulminante Vase bei ihrem Mann bestellt habe. Das begehrte Geschirr aus dem Hause „Bundesliga“ ist jedoch bei einem gewissen Herrn Watzke gelandet. Die große Vase schnappte sich ein Unternehmer aus Russland, pardon, ein Verein aus London.

Der Pott bleibt im Pott, und die Schale auch

Wer hätte das gedacht? Die Kids von Papa Klopp, Abteilungsleiter Zorc und Chef Watzke haben die Meisterschaft erfolgreich verteidigt. Schon vor dem ersten Saisonspiel hieß es einheitlich in den Medien: „ Das verflixte zweite Meisterjahr“. Die Grundfundamente der Bundesliga sind nun dahin. Dortmund hat es eindrucksvoll bewiesen.

Ein Blick zurück: Nach der Rückrunde weilte der BVB abgeschlagen mit ganzen drei Punkte auf Platz zwei, hinter dem Rekordmeister. Aus drei Punkten Rückstand wurden acht Punkte Vorsprung. Rein rechnerisch hat sich der Double-Gewinner wohl verbessert. Auch sportlich konnte sich das durchaus sehen lassen. Die Wachablösung ist vollzogen, oder doch nicht? Die Dortmunder seien gewarnt, denn nun kommt das verflixte dritte Jahr nach der Meisterschaft. Das hat wirklich noch keiner überlebt.

Lokalrivale Schalke durfte sich ebenfalls über ein Double freuen. Ja richtig! Es war der 23.07.2011. Um Punkt 22:28 Uhr verschoss der Borusse Ivan Perisic den letzten Strafstoß im Elfmeterschießen. Einer der vierhundert S04-Keeper hielt den Supercup-Gewinn fest. Mit der Torjägerkrone vom Holland-Knipser Klaas-Jan „Hunter“ Huntelaar war das Double perfekt. Oder nicht?

Hertha klagt den Urlaub von König Otto ein

Freude im Tabellendachboden. Im Keller des Fussballoberhauses fand man dagegen lauter Heulsusen vor. Blickt man in das Gesicht von Hertha-Manager Michael Preetz, so fragt man sich: Ist er das, Timm Thaler? Der Satz: „Der geht zum Lachen in den Keller“ bekommt in diesem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung. Dabei hat sich der Erfolgsmacher, zwei Abstiege in zwei Jahren sind allemal Anwärter auf einen Platz im Hertha-Briefkopf, einige Spaßmacher ins Haus geholt. Zuletzt Bundesliga-Opa Otto Rehagel. Der hat vor lauter Energie und Siegeslust vergessen, seine Mannschaft auf den Gegner einzustellen: „ Wir müssen fighten, fighten, fighten“. Levan Kobiashvili hatte das wörtlich genommen und nicht nur seinem Gegenspieler seine gefürchtete Rechte spüren lassen. Fragen Sie mal Herrn Stark.

Ja das Relegationsspiel gegen die Fortuna Düsseldorf war schon ein echtes Skandalspiel. So was hat die Liga noch nie gesehen. Es waren Szenen wie aus dem Zweiten Weltkrieg. Man stelle sich vor, gewaltbereite Mütter und Kinder stürmten den Platz und wollten König Otto an die Gurgel: „Da waren Menschen in meiner Coaching-Zone.“, sagte der Fussballlehrer vor dem DFB-Gericht aus. Der Protest wurde abgewiesen. Die alte Dame ist endgültig abgestiegen. Die letzte Instanz: Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strasburg. Vielleicht geht da noch was. Otto darf nun erst einmal in seinen wohlverdienten Urlaub, dafür hat die Berliner Delegation schließlich vor den Gerichten der deutschen Fussballwelt gekämpft.

Köln steigt ab und Gladbach bald auch

Sie hingegen waren die Überraschung der vergangenen Spielzeit: Die „wahre“ Borussia aus Gladbach. Züchter Lucien Favre holte seine Fohlen aus dem tiefsten Abstiegssumpf und führte sie mit Erfolgsgaranten wie Marco Reus, Dante und Roman Neustädter auf den vierten Tabellenrang. Die Spieler dankten es ihm, mit ihrem Abgang. Coach Favre braucht nun mal den Druck. So werden die Gladbacher wohl nächstes Jahr wieder um den Abstieg mitspielen, um kurz darauf wieder oben anzugreifen.

Nicht weit vom „Borussia-Park“ hat der „Favre Masterplan“ nicht ganz funktioniert. Der „Effzeh“ darf endlich in die zweite Liga. Denn damit verabschiedete sich auch der Prinz, der Poldi, Lukas „Lulu“ Podolski. Das Gehaltsgefüge scheint endlich wieder im R(h)einen zu sein. Ob und wie der 1.FC Köln aufsteigt, hängt wohl von der Beteiligung der Spieler ab. Auf dem Platz und im Karneval. Da war doch was? Kurz zusammengefasst: Ein Pole in der Ausnüchterungszelle, ein BMW auf den Gleisen, sowie ein Spieler mit gebrochener Nase.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Das dachten sich die Pfälzer auch und unterstützen die Kölner in ihrer Abstiegsmission. Damit sind die Verhältnisse geklärt. Auf drei Versager folgen drei Gewinner. Mit Fürth, Düsseldorf und der Eintracht aus Frankfurt darf sich die Liga auf tolle Clubs freuen, vor allem auf die Anhänger der „Main-Metropole“. Über „Fans“ wird sicher auch in der kommenden Spielzeit „brennend und heiß“ diskutiert werden. Man darf gespannt sein.

Nach Bundesliga ist vor der EM

Es ist vorbei, langweilige Monate sind vorprogrammiert. Doch König Fussball hat sich was einfallen lassen. Ein lustiges internationales Turnier irgendwo im Osten Europas, genauer gesagt in Polen und der Ukraine. Zum Glück. Denn was gibt es Schlimmeres als kein Fussball am Wochenende bzw. auch unter der Woche: Nationaltrainer Lothar „Loddar“ Matthäus vielleicht, aber nur vielleicht.

Und welche Teams unsere Redakteure bei der EM ganz oben sehen, erfahrt ihr in der nächsten Bananenflanke.

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