Letzten Freitag war es wieder soweit: Zehn neue Kandidaten duften Ihr Talent bei DSDS Kids unter Beweis stellen und kämpften um den Einzug ins Finale.

Doch wo sich in der letzten Woche ein erhebliche Verbesserung abzeichnete, starb die Hoffnung auf einen steigenden Unterhaltungs - oder besser gesagt - sinkenden Fremdschämfaktor nach den ersten Minuten der RTL-Show.

Diesmal schleimt nicht nur die Jury

Dieses Mal übertraf die Jury sowohl Kandidaten als auch Moderator Jan Aßmann hinsichtlich des Nervigkeitsgrades. Das als „heißeste Jury der Welt“ bezeichnete Trio kam über den Bewertungskatalog bestehend aus „Das war super“, „So viel Gefühl“ und „echt professionell für dein Alter“ mal wieder nicht hinaus.

Auch die Überraschungsgäste Raul Richter und Janina Uhse überschlugen sich mit ihrem Lob. Doch noch nicht genug der Emotionen: Die beiden GZSZ-Stars luden Kandidatin Verena zum Set der Daily-Soap ein - Gefühlsausbruch vorprogrammiert!

Es wurde geschleimt wie nie zuvor - sogar innerhalb der Jury! Michelle Hunziker - diesmal im fragwürdigen Cowgirl-Kostüm - betonte immer wieder, Dieter habe „so ein großes Herz“.

Echte Talente und beeindruckende Stimmen

Doch nun zu den positiven Aspekten des Abends (Ja, es gibt sie wirklich!): Man kann nicht abstreiten, dass bei den meisten Kandidaten echtes Potenzial vorhanden ist.Wäre das ganze „Drumherum“ in der RTL-Show nicht so unecht und überzogen, könnte man dem Ganzen wirklich viel Positives abgewinnen.

So überzeugte beispielsweise der 11-jährige Marcel mit seiner schüchternen Art und dem Titel „Someone like you“ von Adele und zog verdient ins Finale ein. Auch die kleine Shania überraschte mit einer starken Stimme und dem Song „Hallelujah“ von Alexandra Burke. Sie war laut Bohlen „die Beste des Abends“ und wurde ebenfalls mit einem Finalticket belohnt. Der dritte Finalist, Yves,
sang „Heart skipped a beat“ und eroberte mehr mit Sympathie als Talent die Herzen der Zuschauer.

Die Kleinen „ganz groß“ - oder besser: Viel zu groß?

RTL hat sich auch dieses Mal – leider – wenig Mühe gegeben: Auswendig gelernte Phrasen und für jeden Kandidaten ein passendes „Image“, ganz wie bei den „echten“ DSDS-Stars. Kindergerecht ist dieses Format keineswegs. „Bei uns sind die Kleinen schon richtig groß“- Das sind krampfhafte Versuche das „richtige“ DSDS nachzuahmen. Vom 7-jährigen Entertainer über die 11-jährige Partymaus bis hin zum Schlagerstar können alle DSDS-Stereotypen im Mini-Format bewundert werden.

Liebesgeschichten von Erstklässlern und alternative Jura-Studienpläne „falls das mit dem Singen und dem Tanzen nicht klappt“ lassen die Show inszeniert und künstlich wirken. Zugegeben: Die Kids können nichts dafür. Die eigentlichen Protagonisten der RTL-Show sollten einem eher Leid tun. Ihr Talent wird durch billige Klischees, zu viel Schminke und Sätzen á la „Ich gucke am allerliebsten DSDS und Dieter ist der Tollste“ lächerlich gemacht - Schade!

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