Nach Meldung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat die Staatsanwaltschaft Dresden in einem gezielten Schlag 13 mutmaliche Betreiber der Internetstreamingplattform Kino.to verhaftet. Unter Leitung der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) vollzogen Polizeikrfte in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden Razzien in Wohn- und Geschftsrumen. Allein in Deutschland waren 250 Polizisten und Steuerfahnder sowie 17 Datenspezialisten bundesweit zeitgleich im Einsatz. Nach einer weiteren Person wird gefahndet. Anlass der Manahme ist der "Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen", wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden in ihrer Presseinformation mitteilt.

Die Polizei hat die Domain "kino.to" beschlagnahmt. Mehrere so genannte Streamhoster, bei denen die auf den Portalen verlinkten Raubkopien abgelegt sind, wurden von den Behrden vom Netz genommen. Damit ist eine der beliebtesten deutschen Streamingseiten bis auf weiteres offline.

Vorausgegangen waren jahrelange Vorermittlungen der Polizei. Deren Erkenntnissen zum System "kino.to" deuten auf ein arbeitsteiliges parasitres Geschftsmodell hin. Auf Grundlage von systematischen Verletzungen von Urheber- und Leistungsschutzrechten sollen nach Angaben der GVU einzig zu dem Zweck etabliert worden sein, allen Beteiligten dauerhafte Einknfte aus illegalen Profiten zu verschaffen. Erhebliche Einnahmen kann das System "kino.to" dabei nach GVU-Analysen ber wiederholte Werbeeinblendungen auf der Portalseite www.kino.to und auf den Eingangsseiten der Hoster sowie ber den Verkauf von Premium-Zugngen fr Intensiv-Nutzer der Hoster generieren. Smtliche Erkenntnisse flossen in den aktuellen GVU-Strafantrag an die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ein.

Nach Angaben von Rechtsanwalt Johannes von Rden auf Anwalt 24.de mssen sich Nutzer der Seiten allerdings keine Sorgen machen. So seien zwar Urheberrechtsverletzungen grundstzlich strafbar. Allerdings drfte es sich beim Ansehen der Filme um ein Bagatelldelikt handeln. Dass von der Staatsanwaltschaft nicht verfolgt wird. Anders sehe es aber fr die Nutzer aus, die selbst Filme auf die nun gesperrten Hoster hochgeladen htten.

Nach Angaben der Betreiber wurde die Seite von rund vier Millionen Zuschauern im Monat besucht. Schtzungen gingen von ca. 400.000 verschiedenen Benutzern tglich aus. Kino.to wies in der Vergangenheit darauf hin, dass keine Log-Dateien angelegt worden seien. So sind Zugriffe schwerer nachzuweisen.

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