Philipp F. (Name gendert) traute seinen Ohren nicht. Statt eines Freizeichens hrte er nur das ungute Tuten einer nicht verfgbaren Verbindung. O2 hatte ihm das Handy gesperrt.
Ein Missverstndnis, wie sich im Nachhinein herausstellte. Das Lastschriftverfahren hatte einmal nicht gegriffen.

Als Philipp sich daraufhin bei O2 meldete, um die Sache zu klren, wurde ihm ein zweiter Abbuchungsvorgang versprochen. Aus Kulanz kostenfrei, schlielich sei er seit fnf Jahren treu zahlender Kunde. Leider verga die Sachbearbeiterin, dies durchzufhren: O2 sperrte das Handy. Kostenpunkt der Rechnung: 25 Euro. Phlipp F. war als freiberuflich Ttiger damit von der Welt abgeschnitten. Er hatte nur einen Mobilfunkvertrag, Festnetz gab es bei ihm nicht.

Doch damit ist jetzt Schluss. Telefonanbieter drfen knftig einen Handy-Anschluss erst sperren, wenn der Kunde ihnen mindestens 75 Euro schuldet. Das entschied der BGH am Mittwoch in Karlsruhe. Damit wurden frs Festnetz gltige Regeln auf den Mobilfunkbereich bertragen. Zudem mssen nun Mobilfunkanbieter ihre Kunden auch warnen, bevor die Verbindung gekappt wird.
Der BGH gab damit einer Klage von Verbraucherzentralen gegenber der Telekom und Congstar recht. Im genauen Fall ging es um eine Sperrung bei 15,50 Schulden.

Die Richter argumentierten, dass inzwischen das Handy den gleichen Stellenwert geniee wie ein Festnetzanschluss. Zudem sei dies fr viele Kunden die einzige Telefonverbindung. Philipp F. hat inzwischen seinen Vertrag mit O2 gekndigt. Eine Entschuldigung oder Entschdigung kam nie an. O2 erklrte ihm spter, man htte zwar angerufen. Aber die Nummer sei zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar gewesen.

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