Die gamescom 2015 ist vorbei, Zeit fr eine Nachlese. Da wir die zahlreichen Spiele der Messe schon in einem eigenen Artikel besprechen und subjektive Eindrcke in eine Kolumne gehren, lassen wir nun die Zahlen sprechen. Statistiken gehren zur gamescom wie die Maus zur Tastatur und auch das Jahr 2015 ist da keine Ausnahme: In den von der Koelnmesse GmbH verffentlichten Pressemitteilungen wimmelt es nur so von Ziffern und Auswertungen.

Ein perfekter Ausgangspunkt also fr eine objektive Nachbetrachtung der gamesom. Um direkt zur Sache zu kommen: 2015 besuchten 345.000 Menschen die gamescom, davon 33.200 Fachbesucher und 6.000 Journalisten. 806 Aussteller fhrten auf der Messe ihre Produkte vor, bei einer Ausstellungsflche von 193.000m. Und das der Messe zugehrige Musik- und Stadtfestival "gamescom city festival" lockte dieses Jahr 150.000 Besucher an.

Das entspannte Wochenende: Ende des Wachstums?

Doch was bedeuten diese Zahlen? Historisch gesehen verdeutlichen sie das rasante Wachstum der gamescom. So kamen im ersten Jahr der Messe in Kln (2009) 228.000 Besucher. Sechs Jahre spter sind es fast 120.000 mehr. Auerdem stoppte der Rckgang der Besucher, den es noch 2014 zu vermelden gab. Mit 345.000 Personen wurde sogar der Rekord des Jahres 2013 eingestellt. Stetiges Wachstum hingegen in den anderen Kategorien: Seit ihrem Debt in Kln wchst die Anzahl von Fachbesuchern und Ausstellern.

In den Social Medias verdichtet sich jedoch der Verdacht, dass die Zahlen nur teilweise stimmen. So berichten auf Facebook viele Besucher von relativ leeren Hallen und kurzen Warteschlangen vor Anspielstationen am Samstag und Sonntag. Beide Tage avancierten 2015 zu den angenehmsten fr einen Messebesuch. Ein Novum fr die gamescom. Bisher galt besonders das Wochenende als berfllt. So kam es 2011 zu chaotischen Szenen als ein Einlassverbot wegen zu vielen Besuchern verhngte wurde. Seitdem scheint es aber so, als wrden immer mehr Besucher auf die beiden ersten Tage der Messe (Donnerstag und Freitag) ausweichen.

Mehr als nur eine Spielemesse

Laut Pressemitteilungen sorgte unter anderem die Erweiterung der Ausstellungsflche fr die "erhhte Aufenthaltsqualitt". Teilweise entstand jedoch der Eindruck, dass sich die Messe an falscher Stelle knstlich aufblht und sich vor der eigentlichen Problemlsung scheut. Fakt ist: Die gamescom wurde seit 2009 regelmig grer (120.000m auf 193.000m). Spieleaussteller und -entwickler beschlagnahmen den neu gewonnenen Platz aber nur zum Teil. Denn neben den sogenannten "entertainment areas", in denen sich die Anspielstationen befinden, vergrerten sich auch andere Bereiche. So z.B. die "fanshop arena" fr Merchandise, das "cosplay village" oder die "event level" mit ihren zumeist sportlichen Aktivitten wie Lasertag und Basketball.

Neu in diesem Jahr ist ein familienfreundlicher Bereich ("family & friends") mit Liegewiesen und (vermeintlich) leiser Musik. Dazu gesellen sich Veranstaltungen innerhalb und auerhalb der Messehallen wie der "gamescom congress", das schon angesprochene Stadtfestival und die "Videodays". Schnell wird deutlich: Die gamescom 2015 ist nur noch zum Teil eine reine Spielemesse. Ihr Name steht stellvertretend fr einen Konzentrationspunkt von Events und Aktivitten, die sich nur grob mit Games beschftigen. Das Motto der diesjhrigen Messe passt dementsprechend wie die Faust aufs Auge. Dem "Next Level of Entertainment" reichen Spiele schon lange nicht mehr.

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