Super Smash Bros.

Nintendos Spieleoffensive, Teil 1: Im Anbetracht der schlechten Verkaufszahlen der Wii U fuhr Nintendo auf der gamescom 2014 die schweren Videospiel-Geschtze auf und prsentierte "Mario Kart 8", "Super Smash Bros." und "Hyrule Warriors" auf der Messe. Ersteres, obwohl schon auf dem Markt erhltlich, erfreute sich groer Beliebtheit und auch vor "Hyrule Warrior" bildeten sich lange Schlangen (was jedoch einen logistischen Hintergrund hatte siehe Artikel unten). Den mit Abstand grten Platz rumten die Japaner aber "Super Smash Bros." ein. Das Kampfspiel konnten die Besucher auf der Handheld-Konsole 3DS und der Wii U antesten.

Beide Versionen des Spiels unterschieden sich vor allem grafisch. Whrend das Spiel auf der Wii U in hochauflsender HD-Grafik lief, musste sich die 3DS-Variante mit einer schlechteren Auflsung und einem comicartigen Look begngen. Spielerisch Unterschiede fielen hingegen minimal aus. Auf dem 3DS und der Wii U gab es unterschiedliche Spielmodi und die Charakterauswahl war auf dem Handheld kleiner. Von der Steuerung und dem Gameplay her spielten sich beide Versionen aber fast identisch. Serientypisch bestimmen schnelle Bewegungen und Reflexe das Spiel. Die Steuerung fr die Wii U funktionierte flssig, allein die Button-Belegung auf dem 3DS verwunderte: Die Knpfe fr Attacke und Springen liegen zu dicht beieinander.

"Super Smash Bros." bleibt sich treu im Guten wie im Schlechten: Die Versionen fr Wii U und 3DS spielten sich wie die Vorgnger und verbreiteten erneut spaiges Chaos auf dem Bildschirm. Wirkliche Innovationen suchten die Besucher jedoch vergebens. Bis auf die obligatorischen neun Charaktere vermied "Super Smash Bros." jeglichen Fortschritt. Ab dem 02. Oktober (3DS) bzw. Winter 2014 (Wii U) kann jeder selbst entscheiden, ob ihm/ihr das einen Kauf wert ist.


Hyrule Warriors

Nintendos Spieleoffensive, Teil 2: Mit "Mario Kart 8" und "Super Smash Bros." prsentierte Nintendo ein starkes Spiele-Line-Up auf der gamescom 2014. Das Trio komplettierte der mit Spannung erwartete Titel "Hyrule Warriors". Die Mischung aus "Dynasty Warriors" und "Zelda"-Universum verspricht ein interessanter Titel zu werden aber interessant bedeutet nicht gleich gut und das mussten auch die Besucher der gamescom erfahren. Mehrere Aufreger ruinierten die Vorfreude. Es war aber nicht das Spiel selbst, dass fr Unmut sorgte: eine Aufzhlung.

Aufreger #1: der Stand von "Hyrule Warriors". Wirklich verstanden hat es keiner. Da prsentiert Nintendo ein Spiel mit dem Namen "Zelda" im Titel und behandelt es wie ein Early-Access-Indie-Spiel im Ubisoft-Launcher "UPLAY". Der Stand von "Hyrule Warriors" befand sich auf der Rckseite (!) der groen Veranstaltungsbhne und bestand gerade einmal ein paar Absperrbndern und den Konsolen. Noch unscheinbarer und unattraktiver htte Nintendo den Stand nicht gestalten knnen.

Aufreger #2: die Stationen. Der Punkt ist schnell abgehandelt. Es gab gerade einmal vier (!!) Konsolen, an denen die Besucher das Spiel antesten konnten. Direkt damit verbunden ist Aufreger #3: Jede Demo prsentierte eine Mission, in welcher der Spieler ein Schloss vor angreifenden Feinden verteidigen musste. Laufzeit der Demo: 20 Minuten (!!!). In Kombination mit der geringen Anzahl von Konsolen waren Wartezeiten von ber 3 Stunden keine Seltenheit.

Aufreger #4: Es gab eigentlich keinen Grund, sich anzustellen. Das Gameplay war aufgrund fehlender Absperrungen gut zu erkennen und bevor die Besucher selbst Hand anlegen durften, haben sie die gezeigte Mission schon bei mindestens zehn anderen Spielern gesehen. Vorfreude? Fehlanzeige!

Aufreger #5: das Spiel. "Hyrule Warriors" machte nur bedingt Spa. Die etwas stumpfsinnigen Metzeleien kennen Veteranen schon aus "Dynasty Warriors". Angereichert wurde das Ganze mit Charakteren und Gegenstnden (wie Bomben) aus der "Zelda"-Welt. berzeugen konnte die Mischung aber nicht. Nach wenigen Minuten wurden die Kmpfe eintnig und die Mission gestaltete sich langweilig. Wenn es einmal spannender wurde, dann nur weil unsere Aktionen dank verwaschene Steuerung ins Leere liefen. Wirklich Spa hatten wir mit "Hyrule Warriors" nicht.


Stronghold Crusader 2

Das im Jahr 2002 erschienene "Stronghold Crusader" ist ein Klassiker des Aufbaustrategie-Genres. Die Burgensimulation war besonders fr ihr ausgewogenes Gameplay, eine umfassende Kampagne und einen spaigem Multiplayer bekannt. Der Erfolg des Spiels war so gro, dass die Entwickler von Firefly 2008 eine erweiterte und Lanparty-orientiere Neuauflage ("Stronghold Crusader Extrem") herausbrachten. Auf der diesjhrigen gamescom prsentierte sich nun der offizielle Nachfolger: "Stronghold Crusader 2". Kann das Spiel an die Erfolge der Vergangenheit anknpfen oder bleibt es wie viele andere Titel der "Stronghold"-Reihe hinter den Erwartungen zurck?

Viel verndert hat sich auf den ersten Blick nicht: Als mittelalterlicher Herrscher bauen wir ausgehend von unserem Bergfried eine stattliche Burg. Dazu mssen wir Wirtschaftsgebude, Steuern und Burgbewohner managen. Natrlich geht es dabei nicht nur friedlich zu: Auf der Gegenseite der Karte hat sich ein feindlicher Burgherr breitgemacht - wir mssen ihn beseitigen. Dazu kurbeln wir erst einmal die Warenkreislufe an: Holzfller sollen am angrenzenden See Palmen fllen, um Holz fr weitere Gebude zu besorgen. Whrenddessen bauen wir Farmen, um den Burgbewohner eine ausgewogene Kost zu bieten im Gegensatz erhhen wir die Steuern. Mit dem schon erwhnten Holz bauen wir aber nicht nur Gebude, sondern auch Bgen fr unsere wachsende Streitmacht.

Jedem, der nur einen Teil von "Stronghold" gespielt hat, wird dieser Warenkreislauf bekannt vorkommen. Neuerungen sind bei unserem Probespiel auf Militreinheiten beschrnkt: Islamische Priester heilen unsere Truppen (egal welcher Religion) und der brennende Strohkarren ist eine neue Belagerungseinheit, die bei Kollision mit einem Gebude einen Brand auslst. "Stronghold Crusader 2" bleibt sich treu und wagt keine Experimente. Das ist gut so, entfernte sich die Serie doch in der Vergangenheit zu weit von ihren Wurzeln. Einziger Wermutstropfen: Viele Gebude verlieren bei der durchschnittlichen 3D-Grafik ihren eindeutigen Look. So haben wir die ganze Partie ber es nicht geschafft, die Kaserne zu finden. Hier sollte noch am Gebudedesign nachgebessert werden. Insgesamt machte "Stronghold Crusader 2" aber einen vernnftigen Eindruck.



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