Es bedarf schon vieler Mhen, Besucher der gamescom 2014 zu enttuschen. Mnner und Frauen jeder Altersklasse stehen meist mehrere Stunden fr ein Spiel ihrer Wahl an, nur um einen kurzen Blick auf die Zukunft zu erhaschen. Oft sind die Erfahrungsberichte trotz langer Wartezeit positiv Euphorie berstimmt Frust. Umso erstaunlicher ist es, wie Ubisoft mit dem Auftritt von "Assassins Creed: Rogue" auf der gamescom 2014 fr lange Gesichter sorgte.

Templer schlgt Assassine

Die Voraussetzungen fr den jngsten Ableger der erfolgreichen Meuchler-Serie, einen gelungen ersten Eindruck zu vermitteln, waren vielversprechend. Erst eine Woche vor der gamescom angekndigt, schliet "Assassins Creed: Rogue" die Lcke zwischen "Assassins Creed 4: Black Flag" und "Assassins Creed 3". Als Bindeglied zwischen diesen Teilen fungiert der Charakter Haythem Kenway: Der Templer ist einerseits Sohn des Protagonisten aus "Black Flag", andererseits Vater von Connor, dem Helden aus "Assassins Creed 3".

Ja, richtig gelesen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Serie spielt ein Templer und nicht wie gewohnt ein Assassine die Hauptrolle. Dies soll aber nur eine von vielen Neuerungen in "Assassins Creed: Rogue" sein. Die Betonung liegt auf "soll", denn in der auf der gamescom 2014 spielbaren Demo ist nicht viel davon zu sehen. Ganz im Gegenteil: Das Spiel beginnt in einer nur allzu vertrauten Umgebung dem eigenen Schiff. Die hnlichkeiten zur gamescom Demo zu "Assassins Creed 4: Black Flag" aus dem Jahr 2013 sind verblffend und es sollen nicht die einzigen berschneidungen bleiben.

Neuerungen? Fehlanzeige!

Wir setzen uns mit unserem neuen Schiff "Morrigan" in Bewegung und folgen der grn-leuchtenden Markierung am Horizont. Sofort springt die genderte Farbpalette des Spiels ins Auge: In "Black Flag" dominierten noch blaue Wasser und das Grn der karibischen Inseln das Bild, "Rogue" prsentiert sich hingegen in schlichtem Wei. Kein Wunder, schlielich verschlgt uns das Spiel in den Nordatlantik zur Winterzeit. Auer dem Meer gibt es dort nur Eisberge und unser Schiff natrlich, das von einer feindlichen franzsischen Flotte angegriffen wird.

Nachdem wir die Angreifer fachgerecht in Stcke geschossen haben, geht es auch direkt schon weiter die nchsten franzsischen Schiffe wollen versenkt werden. Die Schiffskmpfe steuern sich sehr hnlich zu "Black Flag". Das ist einerseits gut, schlielich funktionierte diese Art der Fortbewegung im Vorgnger tadellos. Andererseits wiederum nicht, da wir unsere wertvolle Messezeit mit Dingen vergeuden, die wir schon kennen. Zum Schluss schaffen wir es dennoch zum Schiffswrack und knnen uns sogar ein bisschen an Land bewegen. Doch auch hier suchen wir vergeblich nach Neuerungen: Haythem steuert sich wie sein Opa und Sohn.

Viel Anstehen fr wenig Spiel

"Assassins Creed: Rogue" sieht nicht nur aus wie "Assassins Creed 4: Black Flag" im Eis, sondern es spielt sich auch so. Steuerung und Gameplay sind in beiden Spielen fast identisch. Einzig das andere Setting Eis statt Sonne ist neu. Das Probespielen auf der gamescom 2014 hat uns keine nennenswerten Neuerungen gezeigt. Kein Wunder also, dass viele Spieler enttuscht waren: Bei mehr als 30 Minuten Wartezeit kann man durchaus mehr erwarten.

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