campus-web Bewertung: 3 / 5
   
Herbstzeit ist FIFA-Zeit. Wenn die Temperaturen sinken, die Bltter von den Bumen fallen und es schon wieder Spekulatius-Kekse im Supermarkt gibt, erscheint traditionell der neuste Teil der Fuball-Simulation. Doch FIFA 14 beschreitet in Anbetracht der nchsten Konsolengeneration mit der Xbox One und der Playstation 4 einen anderen Weg. Whrend die Versionen fr PC, Xbox 360 und PS 3 wie gewohnt Ende September erschienen, stehen die Next-Gen-Ableger der Reihe erst Ende des Jahres in den Startlchern. Ob es sich lohnt, solange zu warten oder das alte FIFA 14 vollkommen ausreicht, klrt der campus-web-Test.

Der Teufel steckt im Detail

Wie bei jedem neuen FIFA werben die Entwickler von EA-Games auch in diesem Jahr mit innovativen Neuerungen im Gameplay. Das ist aber nur bedingt richtig. So gibt es durchaus einige Variationen zum Vorgnger. Bahnbrechende Unterschiede oder gar neue Aspekte sucht man hingegen vergebens. Die augenscheinlich aufflligste Vernderung haben die Mens durchgemacht. Die wirken nun leichter verstndlich sowie transparenter und erinnern mit ihren multifunktionalen, vierseitigen Ksten an die aktuellen Betriebssysteme von Windows 8.

Bei der Spielmechanik sind die Unterschiede hingegen weniger auffllig. Hier steckt der Teufel aber im Detail. Denn im Vergleich zur vorherigen Ausgabe spielt sich FIFA 14 langsamer. Die Entwickler haben die Spieler und den Ball endlich den Naturgesetzen unterworfen. Das bedeutet einerseits, dass die Ballannahme im Lauf nun deutlich schwieriger ist und der Sprint auf den Flgeln an Effektivitt verliert, weil die Blle beim unkontrollierten Laufen regelmig verspringen. Insgesamt spielt sich FIFA damit langsamer und ruhiger. Andererseits wirkt das Aufbauspiel dadurch besonders im Mittelfeld noch chaotischer. Weitere, gravierende Vernderungen gibt es aber nicht.

Wenig Neues, viele Fehler

Auch in anderen Bereichen hat sich nicht viel verndert: Der Karrieremodus hlt fr Trainer nun ein neues Scouting-Netzwerk bereit und im Be-A-Pro-Modus verbesserte EA die im Vorgnger zeitweise katastrophale KI der Mit- und Gegenspieler sowie des Trainers. Bei Ultimate Team ist es nun mglich, die Spieler in verschiedenen Bereichen wie Schnelligkeit oder besseres Dribbling zu spezialisieren. Neuerungen sind hierbei wie schon bei der Spielmechanik insgesamt auf Detailverbesserungen beschrnkt.

Dafr haben sich allerhand Fehler vor allem in den Partien und Ungereimtheiten eingeschlichen. So pfeifen die Schiedsrichter jede noch so knappe Abseitsentscheidung mit eiserner Hrte ab, whrend das ein oder andere Foul wie aus heiterem Himmel und oft sogar ohne Beteiligung des Spielers geschieht. Auf YouTube zeigt ein bekannter FIFA 14-Spieler, wie er vom Ansto aus durch einen Bug ein Tor erzielt das Video hat mittlerweile fast zwei Millionen Aufrufe.

Positiv: Schneller Support

Durchaus lobenswert ist jedoch die Patch-Politik von EA. Schon wenige Wochen nach der Verffentlichung stand der erste Patch bereit und behob einige Probleme, die zu Abstrzen fhrten. Auerdem wurde auf Bitten der Spieler im Signal-Iduna-Park- dem Heimatstadion von Borussia Dortmund - die gelbe Wand auf der Sdtribne eingefgt und AC Mailands Star El Shaarawy mit besseren Dribblingqualitten ausgestattet.

Der positive Aspekt kann aber nicht darber hinwegtuschen, dass FIFA 14 eher enttuscht. Nach dem berzeugenden Vorgnger tritt der neuste Teil der FIFA-Reihe auf der Stelle. Im Vergleich zu FIFA 13 wirkt die 14. Ausgabe eher wie ein Update als ein komplett neuer Teil FIFA 13,5 sozusagen. Es macht den Anschein, als seien die Entwickler mehr mit der Next-Gen-Variante des Spiels beschftigt gewesen. Wer FIFA 14 noch nicht hat, sollte deshalb auf die Version fr die Xbox One und PS 4 warten. Besitzer des alten FIFA 14 schauen derweil in die Rhre und drfen verstndlicherweise enttuscht sein.

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