Die Ankndigung des Ego-Shooters Titanfall schlug ein wie der gleichnamige Abwurfvorgang der metergroen Kampfroboter. Schon nach kurzer Zeit feierten Spieler und Kritiker den Titel als Hoffnung fr das angestaubte Genre. Mit einem ganzen Sack voll frischer Ideen (Jetpacks, Titans, Epilog) will Titanfalletablierte Serien wie Call of Duty und Battlefield angreifen. Auf der gamescom 2013 wurde das Spiel dafr mit den begehrten Auszeichnung Best Next Generation Console Game und Best Console Game Microsoft Xbox geehrt.

Unsere Redakteure David Gillengerten, Valentin Betz und Peter Sauermann haben das Spielgetestet und schildern hier ihre Erfahrungen:

David Gillengerten:

Ich gebe zu: In dem Moment, als ich den meterhohen Titan am Stand von EA gesehen habe, war es um mich geschehen. Ich musste Titanfall einfach antesten. Kurzerhand schnappte ich mir also die Kollegen Betz und Sauermann und stellte mich an. Nach einiger Wartezeit wurden wir auch schon in ein Trailerkino gefhrt. Ich war sehr berrascht, dass uns anstatt einer Flut von Promotion- und Werbetrailern ein gutgemachtes Tutorial fr die kommende Demo gezeigt wurde. Gut so! Am Rechner entschied ich mich dann fr die Rolle des Close Quarter Battle-Soldaten mit seiner Schrotflinte und die zielsuchenden Raketen gegen Titans.
Aufgrund meiner Klassenwahl verbrachte ich die meiste Zeit in Gebuden. Mit der Schrotflinte konnte ich auf kurze Reichweite mehr ausrichten, auerdem war es fr die gegnerischen Titans so noch schwieriger mich zu treffen. Musste ich einmal das Gebude wechseln, war das dank Jetpack und prziser Steuerung kein Problem. Mit ein wenig bung suchte ich mir meine Routen ber die Dcher und Wnde der Karte ohne nur einmal den Boden zu berhren.

Als Titanklasse whlte ich den Heavy Weapons Titan, der mit einem langsamen aber durchschlagskrftigen Kanonen vor allem genaues Zielen verlangte. Die Zeit im Titan machte viel Spa, auch wenn ich mich erst an die im Vergleich zum Soldaten limitierte Bewegungsfreiheit gewhnen musste. Nach einigen Minuten ging aber auch das gut von der Hand und es machte riesig Spa mit meinem Roboter ber gegnerische Soldaten zu laufen. Der direkten Kampf gegen einen anderen Titanen gestaltete sich taktisch durchaus anspruchsvoll: Aufgrund der unterschiedlichen Bewaffnung und den Spezialfhigkeiten reicht es nicht aus, einfach den schnelleren Abzugsfinger zu besitzen.

Schon nach zehn Minuten war die Partie vorbei. Schade, denn Titanfall macht schon in diesem frhen Zustand riesig Spa. Besonders die artistische Bewegungsfreiheit und die taktische Tiefe haben mich begeistert. Ich kann es kaum erwarten, wenn das Spiel 2014 verffentlicht wird.

Valentin Betz:

Ich bin Tactical-Soldat. Mit meiner Pistole schiee ich um Ecken und tte so meinen Gegner, nachdem er vorher automatisch markiert wurde. Flink springe ich mit meinem Jetpack aufs nchste Dach und laufe eine Hauswand hinauf, um noch hher zu gelangen. Hier kann ich schn aus dem Hinterhalt angreifen. Doch verdammt, der Feind hat mich entdeckt und hat es auf mich abgesehen, aus vollem Rohr wird auf mich geschossen. Das ist mir doch etwas zu hei. Mit einem Knopfdruck hole ich mir Verstrkung.
Der Knall ist ohrenbetubend, zu meiner rechten ist er eingeschlagen: mein Titan. Jetzt ist Schluss mit Heimlichkeit und um die Ecke feuern. Mein Kampfroboter Marke High Explosives braucht sich nicht zu verstecken. Da vorne wankt auch schon das erste Versuchskaninchen auf mich zu. Mein hbscher Raketenwerfer ist geradezu prdestiniert dafr, den Titan vor meinem Visier in Grund und Boden zu ballern.

Keine Chance fr den werten Kollegen! Ein Trupp Fusoldaten hat mir auch nicht wesentlich mehr entgegenzusetzen, meine Clusterraketen beschftigen sie mehr als genug. Jetzt heit es nachladen, die nchste Welle bestehend aus zwei Titanen rollt auf mich zu...doch was ist das? Ein Tippen auf meiner Schulter, es strt mich, lenkt mich ab, lsst mich zusammenfahren... Die zehn Minuten Spielzeit sind vorbei. Und, hat es Ihnen gefallen?, fragt der Mitarbeiter von EA am Stand von Titanfall auf der gamescom.

Ja, es hat mir gefallen und wie! Mit den Titanen und Jetpacks-bestckten Soldaten bringt EA nicht nur tolle neue Ideen auf den Markt. Die Multiplayer-Duelle sind darber hinaus packend und sehr stimmungsvoll. Dank der Wahl zwischen drei verschiedenen so genannten Loadouts (der Austrstung) fr Soldaten und Titanen stimmt auch die Balance. Definitiv ist Titanfall damit die berraschung und das Highlight der gamescom 2013!

Peter Sauermann:

Mein erster Eindruck war ehrlich gesagt mig. Ich fand die lebensgroe Kampfroboterfigur, genau wie die Spielidee vllig bertrieben. Was hinzukam, war mein Zweifel an der Umsetzbarkeit von Roboterkmpfen, mir kam der Gedanke an das schwerfllige Blechkonstrukt aus Halo und das wenig gelungene Armed Core. Gegen den geballten Enthusiasmus meiner Kollegen konnte ich mich aber kaum widersetzen und beschloss ich mich ebenfalls am Test zu beteiligen.

Aber gepackt hatte mich das ganze sptestens bei der Wahl der Klassen: High Explosives Titan und vier Raketen gleichzeitig abfeuern oder doch lieber 40mm-Wumme und ab durch die Mitte? Bei meiner Vorliebe fr schwere Geschtze war die Wahl eine Qual. Zum Schluss entschied ich mich meinem Naturell zu folgen und den Heavy Weapons Titan zu nehmen, dazu passend dann den mit Shotgun und Raketenwerfer ausgersteten CQB-Piloten und die Party konnte steigen. Dabei eignete sich der Raketenwerfer hervorragend als Dosenffner fr feindliche Titans, von denen mir gleich drei zum Opfer fielen. Gekmpft wurde dann wie geplant mit offenem Visier, so waren die ersten Kills schnell gesammelt und mein Blechkumpan damit einsatzbereit. Allerdings fhlte ich mich in dem Stahlkoloss nun wirklich unbesiegbar, was die Sache schnell brenzlig werden lie, denn auch wenn die klein sind, diese Pilots knnen hart zuschlagen.

Nach heldenhaftem Kampf geriet mein Team aber doch so stark ins Hintertreffen, dass nichts mehr zu retten war. Also hie es sechzig Sekunden bis zum Fluchtschiff. Da war es dann mit meiner Heldenhaftigkeit getan. Weil der Titan bei der Flucht gegenber dem Piloten doch deutlich im Nachteil ist, lie ich meinen neuen besten Freund im Regen, oder viel mehr Rost stehen und machte mich auf die Socken.

Als mein Team den Fluchttransporter erreicht hatte, war der Spa leider auch schon vorbei. Eigentlich wre ich gerne noch ein oder zwei Runden dageblieben, denn in der kurzen Zeit konnte Titan Fall meine Meinung komplett umstimmen. Das Spiel hat ziemlich viel Spa gemacht, vor allem weil den Entwicklern die relativ schwierige Aufgabe gelungen ist, eine gute Balance zwischen den Titans und den dagegen ziemlich mickrigen Pilots zu schaffen. So war Titan Fall auch fr mich ein absolutes Highlight.

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