Als der Multiplayer-Shooter Battlefield 3 vor zwei Jahren auf der gamescom spielbar war, heimste er direkt den begehrten gamescom award fr das beste Spiel der Messe ab. Dieses Jahrgab es fr den Nachfolger Battlefield 4 nur die Auszeichnung bestes PC-Spiel. Ein Zeichen schwindender Qualitt des Spiels aus dem Hause EA? campus-web.de macht den Test und spielt den neusten Teil der Battlefield-Reihe an.

Hungrige Animateure und bis zu 64 Spielern

Den Anfang nimmt unsere Reise zum Battlefield 4-Test in Halle 6. Dort am riesigen EA-Stand gibt es direkt zwei Schlangen, an denen sich die Besucher anstellen knnen. Wer nun mit Grenwahn seitens der in Kln ansssigen Firma rechnet, tuscht sich. Mit bis zu vier Stunden Wartezeit an beiden Schlangen ist Battlefield 4 beliebter denn je. Erwartungsvolle Fans gibt es also genug.

Whrend wir warten, versucht das Standpersonal uns zu animieren oder bietet je nach Tageszeit Goodies im Austausch gegen Nahrungsmittel. Gerade als wir uns fragen, ob EA seine Mitarbeiter vor Messen einer strikten Dit unterzieht, geht es auch schon weiter und die Reihe setzt sich in Bewegung. An unserem Stand knnen 64 Spieler Battlefield 4 gleichzeitig antesten: 32 gegen 32 ist nun auch auf den Next-GenKonsolen Xbox One und Playstation 4 mglich. Da alle 30 Minuten ein neuer Schwung Besucher hinter einer schwarzen Tre verschwindet, arbeiten wir uns langsam aber konstant voran.

Trailer-Show mit Moritz Bleibtreu

Endlich angekommen, erwartet uns eine groe Leinwand und 64 Sitzpltze. Nach einer kurzen Begrung wird die obligatorische Trailer-Show abgespielt. Teilweise sind die Videos schon im Netz verfgbar, teilweise gibt es aber auch exklusive Filmchen. So erfahren wir z.B., dass Schauspieler Moritz Bleibtreu in der deutsche Version des Spiels Sgt. Dunn sprechen wird interessant, aber nichts Weltbewegendes.

Dann gibt es endlich nhere Infos zum Spiel. Wir werden die neue Karte Paracel Storm im Modus Conquest spielen. Das Spielfeld besteht aus einem Verband kleinerer Inseln, die von der einen Seite (China) gehalten und von der anderen Seite (Russland) attackiert werden. Ziel ist es, mglichst viele Flaggenpunkte zu halten. Dazu stehen uns neben einigen Helikoptern und Flugzeugen auch eine handvoll Boote zur Verfgung. Das berrascht nicht, haben doch DICE die Entwickler von Battlefield 4 im Vorfeld angekndigt, dass sie die maritime Kriegsfhrung berarbeiten wollen.

Dann drfen wir Hand an das Spiel anlegen. Die ersten Entscheidungen im neuen Battlefield sind Altvertraute: Klasse und Ausrstung whlen, sich fr einige Fhigkeiten entscheiden und einen Einstiegspunkt aussuchen. Der Kampf um die Inseln fhlt sich mit der ersten Minute vertraut an. Whrend wir im Boot zum ersten Kontrollpunkt rasen, gehen die Teamkollegen in Jet und Heli schon in den Luftkampf ber. Infanterie hat es auf dem Schlachtfeld nicht leicht: Auf dem offenen Meer sind Schwimmer ein leichtes Opfer fr gegnerische Boote und Helikopter. Zum Ausgleich liegen einige Flaggenpunkte unerreichbar fr die Marine im Inneren der Inseln.

Nichts verloren, aber auch nichts gewonnen

Nach 15 Minuten ist der Kampf vorbei. Den Sieg konnte derweil keine Seite fr sich verbuchen dafr reichte die Zeit nicht aus. Ebenso wenig haben wir etwas vom sogenannten Levolution - der permanenten Vernderung der Karte gesehen. Aber auch dafr fehlte es einfach an Zeit. Denn Battlefield 4 verspricht ein umfangreicher und komplizierter Multiplayer-Shooter zu werden wie sein Vorgnger. Die taktischen Mglichkeiten, die Paracel Storm bietet, sind erschlagend. 15-mintige Matches reichen da nicht aus.

Dennoch ist nicht alles toll an Battlefield 4. So setzt das Spiel auf die Tugenden des Vorgngers und verbessert diese, anstatt mit Innovationen zu locken. Selbst die grte Neuerung, der Commander-Modus mit seinen Befehlen und Aktionen, ndert nichts am grundlegenden Spielgefhl. Die Entwickler setzten auf Kontinuitt anstatt auf Vernderung. Damit machen sie nichts falsch, gewinnen aber auch nichts. Erst recht keinen wichtigen gamescom award.

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