campus-web Bewertung: 3,5 / 5
   
Wenn die ersten Minuten eines Spiels entscheidend wren, htte ich Dead Space 3 sofort wieder von der Festplatte geschmissen und stattdessen lustige Tiervideos runtergeladen. Dabei war die Vorfreude gro: Dead Space 1 gruselt noch heute, lsst im Minutentakt das Herz schneller schlagen, der zweite Teil war ein gutes Sequel, mit genauso beklemmender Atmosphre und vielen Schock-Szenen. Wie oft musste ich nach sptestens einer Stunde eine Pause einlegen: So sehr zerrten die Spiele an den Nervenstrngen.

Grafisch ein Graus

Bei Dead Space 3 sucht man vergeblich nach Optionen, um die Pixel-Schmach zu verbessern. Die Anpassung an technisch veraltete Konsolen bremst ein Mehr aus. Fr das Spiel bedeutet das: Verwaschene, nicht hochauflsende Texturen, das Schattenspiel knnte packender sein, die Figuren detaillierter. Auch mehr Partikel htte man sich gewnscht. Die Todesszenen sind mit derart pixeligen Blutflssen untermalt, dass es fast armselig wirkt. Der Grund: Das angestaubte DirectX9 der Konsolen bleibt Grundlage. Die Grafik ist dieselbe wie bei den alten Vorgngern, wird zudem nicht aufgebohrt. Angesichts von Augenweiden wie Crysis 3 ist das schlicht enttuschend. Hinzu kamen anfangs Physik-Bugs. rgerlich! Hoffentlich bessert die Community oder EA (kostenlos!) nach.

Zu wenig Horror, viel zu leicht

Ich habe trotzdem weitergespielt. Die nchste herbe Note: Dead Space 3 ist zu leicht. Trotz Schwierigkeit Unmglich stapelten sich nach zehn Minuten die Medikits im Inventar. Erst gegen Ende wird das Spiel deshalb knallhart. Dann strmen nahezu unbesiegbare Monstermassen auf den Spieler zu.

Wer es dennoch nicht packt: EA hat einen Store natrlich nicht vergessen. Da gibt es bessere Waffen, Anzge und Gimmicks gegen echte Kohle. Warum man das tun sollte, ist unklar: Brauchen tut man davon Gottseidank nichts.

Und noch immer habe ich nicht aufgegeben und weitergespielt. Auch als die erste Stunde weniger an Dead Space, denn an einen chaotischen Shooter erinnert. Von den Restriktionen des kiloschweren Anzuges ist nichts mehr geblieben. Isaac bewegt sich, als wre er ein Dschungelkrieger, schafft sogar Hechtrollen.

Niedermetzeln der Story wegen?

Im Lauf des Spieles kommt Weltraum-Atmosphre auf. Isaac schwebt durch Trmmerfelder. Horror bleibt eher Mangelware, zu wenig wird im Vergleich zum Vorgnger mit Sound und Licht gespielt. Oft wirken die Schockmomente aufgesetzt und dadurch billig. Es dominiert das sture, abwechslungslose Auftauchen und Niedermetzeln von immer gleichen Gegnern. Gerade im schneebedeckten Auenlevel von Tau Volantis kommt Frust und fast Serious Sam-Feeling auf. Nur das die knstlichen Levelrestriktionen auf engstem Raum taktisches Vorgehen fast unmglich machen. Manchmal verliert man die Orientierung, viele Gnge und Rume wirken gleich. Und stndig diese Fahsthle...

Es gibt sie aber noch, die beklemmenden Szenen, in denen man sich einsam im feindlichen, toten Raum vorkommt. Das unheimliche Knirschen der Schiffe, kratzende Gerusche in Lftungsschchten. Die Mini-Games und Aufgaben sind abwechslungsreicher als beim Vorgnger, wenn auch seltener. Die Story ist wird zur Nebensache. Isaac rettet die Welt, reist dafr nach Tau Volantis, um einen Marker zu zerstren. Eine luschige Liebesgeschichte ist auch dabei. Nichts Besonderes, wenig Packendes. Ach ja, einen brauchbaren Koop-Modus gibt es auch.

Das bekommt ihr:

Es bleibt ein fader Beigeschmack. Nicht nur das die Spieleplattform Origin Pflicht ist, weil es das Game nicht ber Steam gibt. Darber hinaus hat das Spiel unertrgliche Lngen und auch EAs (finanzielle) Lustlosigkeit, das Spiel ordentlich zu portieren, vermiest die Laune. Dabei hatte Dead Space 3 Potenzial! Um es kurz zu machen: Die PC-Version von Dead Space 3 ist (derzeit) ein grafisch etwas veralteter Shooter, der leider seine Horror-Wurzeln zu sehr vernachlssigt und ins Baller-Genre abdriftet.

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