Pro Sieben geht mit einer neuen Show am Dienstag Abend tatschlich ein kleines Risiko ein. Und das kann man erst mal nur gut finden.

Eine Sendung, die sich auf Pantomime und Tanz sttzt, mag erstmal ein wenig abwegig klingen. Es stimmt auch, dass einem beim Blick auf die Jury mulmig werden kann, sitzen da doch Choreograph Detlef D! Soost, bekannt aus dem Pop-Workshop "Popstars" (Pro Sieben) und Senna, die ebendort fr die Girlgroup Monrose rekrutiert worden ist. Bei "Mascerade" dreht es sich aber nicht um Castingrituale, die durcherxerziert werden sollen. Es geht nicht um routinierte Erniedrigung der Kandidaten und die Trnen zur richtigen Zeit. Wir gucken wo anders hin.

In einer Mischung aus Tanz, Performance und Kostmspiel fhren die Kandidaten Sequenzen, "Acts", auf, die sie vorher fleiig einstudiert haben. Die Illusion ist dabei das Ziel: etwa wenn die Darsteller einen Fallschirmsprung simulieren, und dabei vor blauem Hintergrund von blauen Mitspielern getragen und gedreht werden. Sichtbar sind die unsichtbaren Helfer zwar irgendwie doch, aber das macht nichts fr den perfekten Trick gibt es schlielich Computer. Hier kommt es auf den Einfallsreichtum der Spieler an. Auch wenn Pro Sieben viel von der "Perfekten Illusion" schwadroniert erstmal muss es clever und kreativ sein, Realtitt kommt spter.

Oft fragt man sich dann aber doch, wie sie das gemacht haben: da spielen zwei Tischtennis, der Ball wandert hin und her. So langsam wird es immer abstruser, die Zeitlupe kommt ins Spiel, die Spieler springen viele Meter hoch. Hier wird mit der Perspektive getrickst, und auch der Ball ist von unsichtbarer Hand gesteuert.

Mit "Mascerade" hat sich der Mnchner Privatsender an ein putziges Konzept gewagt. Ein Konzept, dass, da muss man nur mal die Pressemitteilungen lesen, auch der Sender lange fr zu originell, kreativ, clever hielt. Vor zwei Jahre sollte es eigentlich schon los gehen. Da wurde schon angekndigt, was dann doch nicht produziert wurde. Bis jetzt.

Bleibt zu sagen, dass gar nicht so leicht zu erklren ist, was da passiert. Obwohl oder vielleicht auch weil eine intuitive Idee dahinter steckt. Die ist zwar nicht neu oder geschweige denn den lieben Menschen in Mnchen selbst eingefallen, aber nur der Mut, so etwas ins Abendprogramm zu hieven, ist schon ein Lob wert.

Das Original kommt aus Japan, wie manche Verrcktheit, die es auch schon ins deutsche Fernsehen geschafft hat ("Takeshis Castle" etwa). Dort ist "Kasou Taishou" schon lnger beliebte Abendunterhaltung, die sich dank spektakulren Auftritten auch im Internet einiger Popularitt erfreut. In der Youtube-Community ist "Matrix Ping Pong" einer der Favoriten. Wer die erste Folge der Show vergangenen Dienstag gesehen hat, dem drfte das verdchtig bekannt vorkommen.

Alles zur Show auf der Minisite.

Eine Idee von der Kunst des "mascerading" bietet aber auch das Video der Pet Shop Boys zu "Flamboyant" .

Reinschalten lohnt sich, sieben Mal dienstags, 20:15 Uhr, Pro Sieben. Dort beseitigen sich auch alle Fragezeichen mit einem Handstreich.

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