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Seit Dienstag Abend ist die Aula 1 des Hauptgebäudes der Kölner Uni besetzt. Philipp Lack (24), ein Student der Kölner Musikhochschule war von Anfang an dabei und erzählte Campus-Web wie die Besetzung voran geht. cw: Philipp, du bist schon seit Dienstag hier und hast sogar mit 50 weiteren Studenten im Hörsaal übernachtet. Wie ist es zu der Besetzung gekommen? Pilipp: Nach den Demonstrationen am Dienstag gab es hier in der Aula eine Vollversammlung. Am Ende wurde darüber abgestimmt, ob wir bleiben sollten und die Mehrheit war dafür. Natürlich war es jedem selbst überlassen, ob und wie er sich an der Besetzung beteiligt. cw: Wieso gerade die Aulabesetzung als Zeichen des Protests? Philipp: Die große Aula ist einfach sehr repräsentativ und wird natürlich viel gebraucht. Dadurch ist unsre Besetzung auffällig. Außerdem bietet sie viel Platz für uns und daher auch viele Möglichkeiten sich hier drin zu betätigen. cw: Wie lange wollt ihr denn bleiben? Philipp: So lange wie möglich. Allgemein ist bei Vielen die Bereitschaft da länger zu bleiben. Ich muss sagen, dass die Leute prima mitmachen und sich gut und sinnvoll engagieren. Wir haben wirklich viele clevere Leute hier. cw: Und wie wollt ihr vorgehen, wenn polizeilich geräumt werden sollte? Philipp: Ich will natürlich nicht für die Anderen sprechen, denn jeder tut was er für richtig hält. Ich für meinen Teil würde auch in einem solchen Fall bleiben und passiven Wiederstand leisten. cw: Gab es bisher eine Stellungsnahme der Universitätsleitung? Philipp: Keine offizielle. Der Prorektor war kürzlich hier im Saal und hat uns sehr deutlich gemacht, dass er uns hier raus haben möchte, damit es zu keinen weiteren Betriebsstörungen der Universität kommt. cw: Wie sieht es mit eurer Organisation aus? Philipp: Ziemlich gut, muss ich sagen. Wir haben mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils in Bereichen wie Pressearbeit, Mobilisierung, Forderungen aber auch Essen und Schlafen, arbeiten. Sie beschließen nicht bestimmte Inhalte, sondern entwickeln Ideen, die dann allen Beteiligten vorgestellt werden. Dies funktioniert diesmal deutlich besser, als bei den Demonstrationen im Sommer. cw: Kommuniziert ihr auch mit anderen Unis? Philipp: Auf jedem Fall! Direkt nach der Besetzung haben wir Solidaritätsbekundungen aus München bekommen, am Dienstag waren sogar viele Bonner Studenten hier vor Ort. cw: Wie lebt es sich eigentlich so in einem Hörsaal? Philipp: Das war bisher ziemlich angenehm. Eine Dönerbude aus der Nähe hat uns Brot gespendet, am Dienstagabend hatten wir eine Jazzband hier, die für uns gespielt hat. Parallel wird natürlich sehr viel diskutiert und gearbeitet. Viele sind auch früh schlafen gegangen, damit sie den Tag über fit bleiben. cw: Und wie war die Nacht so? Philipp: Ziemlich problemlos, obwohl es mit den Schlafplätzen schon etwas eng wurde. Teilweise lag man Kopf an Kopf. Außerdem waren Ohropax Pflicht, da ein Teil der Aula gerade renoviert wird und die Bauarbeiter nur nachts arbeiten. Da hörte man schon mal eine Kreissäge aufheulen. Aber wir lassen uns davon nicht abshrecken!
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