Campus Köln: Offenlegung der Verträge zwischen der Bayer AG und der Uniklinik Köln gefordert

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Die CBG (Coordination gegen Bayergefahren) hat vor dem Verwaltungsgericht Köln Klage gegen Bayer und die Uniklinik eingereicht. Die Organisation beruft sich auf einen Verstoß gegen das Informationsfreiheitsgesetz, da beide Seiten keine Angaben über die seit 2008 bestehende Kooperation in der Pharmaforschung machen wollen. Zahlreiche weitere Parteien, darunter der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in NRW, Ulrich Leppert, und der AStA unterstützen die CBG bei ihrem Vorhaben.
Seitens der Universität und der Uniklinik wehrt man sich jedoch gegen die Vorwürfe. Das Informationsfreiheitsgesetz beinhalte schließlich Ausnahmen hinsichtlich der Freiheit für Wissenschaft und Forschung. So ist man zu keiner Stellungnahme bereit und der von den Befürwortern einer Offenlegung eingereichte Fragenkatalog blieb unbeantwortet. Auch Katharina Jansen, Pressesprecherin für Forschung bei Bayer verteidigt die Handhabung."Eine Offenlegung könnte der Konkurrenz wichtige Hinweise und uns somit Wettbewerbsnachteile bringen.“
Jonas Thiele, 1. AStA Vorsitzender der Uni Köln fordert jedoch die Offenlegung sämtlicher Drittmittelverträge. „Private Förderung, die einer Geheimhaltung unterliegt, gefährdet die freie Forschungsarbeit der Uniklinik. Was für die Uniklinik gilt, ist auf die gesamte Universität übertragbar.“
Auch Philipp Mimkes, Vorstandsmitglied der CBG meint, dass eine aus Steuergeldern finanzierte Einrichtung der öffentlichen Kontrolle unterliegen müsse. „Immer häufiger werden pharmakologische Studien vom Design, über die Auswertung bis hin zur Publikation von der Industrie kontrolliert. Um den wirtschaftlichen Erfolg eines Medikamentes nicht zu gefährden, verschwinden negative Studienergebnisse regelmäßig in der Schublade. Wir halten die Klage für grundsätzlich wichtig, damit Ärzte und Pharmakologen auch künftig unabhängig forschen können“.
Laut CBG sei eine Veröffentlichung der bestehenden Verträge jedoch unumgänglich. Denn ohne diese weiß niemand, inwieweit die Uni bei den Forschungsergebnissen mitwirkt und wie die Publikationsfreiheit sichergestellt werden kann. Außerdem stellt sich die Frage, ob bei einer solchen Geheimniskrämerei auch an Medikamenten für sehr seltene, also ökonomisch uninteressante Krankheiten geforscht wird. Und wer wählt bei solchen millionenschweren Deals eigentlich die Forschungsbereiche aus?
Bemerkenswert ist, dass eines der Vorstandsmitglieder der Bayer AG, Richard Pott, ebenfalls dem Hochschulrat der Universität zu Köln vorsitzt.
Autor: Larissa Lanfer Bild: Thorben Wengert / pixelio.de / 16.06.2011 | Artikel drucken |