Schüleraustausch, Work&Travel, Sprachreise, Auslandssemester, Praktikum – die Wege ins Ausland zu gelangen sind vielfältig. Während oder nach der Schulzeit, im Rahmen eines Austauschprogramms oder auf eigene Faust? Wann muss mit der Planung angefangen werden, was muss bedacht werden, wie finanziert sich so ein Auslandsaufenthalt? All diese und viele weitere Fragen konnte man am Dienstag, 9. Februar, den Ausstellern der Messe "Wege ins Ausland" in der Uni-Mensa in Köln stellen.

Seit Jahren wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig Auslandserfahrung für den Berufseinstieg sei. Entsprechend groß war das Interesse bei Jugendlichen und Studierenden. Während die Veranstalter ihre Stände noch mit reichlich Infomaterial bestückten, huschten bereits die ersten Besucher durch die schmalen Gänge, knapp eine Stunde nach Eröffnung der Messe musste man schon drängeln.

Wer ins Ausland will, sollte frühzeitig planen

Auffallend viele Schüler tummelten sich da vor den Infoständen, jüngere vor allem vor solchen, die Schüleraustauschprogramme anboten, wie etwa AYUSA. Abiturienten zeigten dagegen mehr Interesse an Informationstischen zu Auslandsstudien, was durchaus sinnvoll ist, wie man in einem Vortrag von Laura Hope vom Akademischen Auslandsamt an der TU Dortmund erfuhr. Sie informierte über Stipendienmöglichkeiten für Studium oder Praktikum im Ausland und wies darauf hin, dass Bewerbungen spätestens anderthalb Jahre vor dem gewünschten Zeitraum abgeschickt werden müssten. Will man also den Auslandsaufenthalt in den Bachelor packen, sollte umgehend nach Studienbeginn mit der Planung begonnen werden. Daneben besteht natürlich auch die Möglichkeit, Auslandserfahrung und Studium von vornherein zu kombinieren, wie etwa in den international ausgerichteten Studiengängen der CBS Cologne Business School.

Oder man geht gleich ganz ins Ausland. Vor allem in NC-belasteten Fächern fliehen Studierwillige schon seit Jahren in die Niederlande, mittlerweile erfreuen sich die Unis auch in anderen Fachbereichen großer Beliebtheit. Keine Überraschung also, dass sich Universitäten wie die Hogeschool Zuyd und jene aus Maastricht, Groningen und Nijmegen in Köln präsentierten. studienscout-nl informierte allgemein zum Studium in den Niederlanden. Wen es weiter weg zieht als nur ins Nachbarland, der wurde an Ständen wie dem des Finnland-Instituts oder auch Gostralia fündig, der über Studienmöglichkeiten in Australien und Neuseeland informierte.

Sinnvolle Kombination von Arbeit und Reisen

Hat man nach dem Abi erst einmal genug vom Lernen und braucht ein Jahr Pause (ganz gleich ob zur Entspannung oder Orientierung), kann man auch dieses sinnvoll mit Reisen verbringen. Zu besonderer Beliebtheit sind in den letzten Jahren die „Work&Travel“-Programme gelangt, bei denen Reisen und Arbeiten verbunden wird. Organisiert wird derlei etwa von TravelWorks, das für Sprachreisen aller Art bekannt ist. Immer mehr im Kommen ist darüberhinaus der Freiwilligendienst. Junge Leute entscheiden sich zunehmend öfter für die Verbindung von Auslandsaufenthalt und sozialem Engagement. SCI etwa bietet weltweite so genannte „Workcamps“ an, bei denen aktiv an bestimmten Projekten von Anfang bis Ende teilgenommen werden kann, kulturweit, des Auswärtigen Amtes richtet sich speziell an Interessenten, die sich im Bereich der Kultur- und Bildungspolitik engagieren möchten.

Wem diese „sozialen“ Wege zu unrentabel sind, wer einen Sommerjob braucht oder gar das Studium bereits beendet hat, der sollte sich auch beruflich nicht dem Ausland verschließen. Wer etwa Arbeit und Vergnügen verbinden möchte, war bei den diversen Animateurs-Suchern, namhafte Reiseveranstalter wie alltours, FTI oder TUI, gut aufgehoben. Das EURES-Netzwerk des Bundesverwaltungsamtes hilft schließlich bei der Planung und Durchführung von Auswanderungen.

Neben Auslandserfahrungen zählen im Lebenslauf bekanntlich vor allem Praktika, warum die beiden Aspekte also nicht verbinden? PractiGo ist nur einer von vielen, die mittlerweile auch Praktikumsvermittlung in ihr Angebot aufgenommen haben. Oder man nutzt das Angebot des EF-Education First-Programms, das in einem Studienjahr Sprachstudium, akademische Lehre und Praxiserfahrungen bietet.

Möglichkeiten über Möglichkeiten, die Wege ins Ausland sind für junge Leute scheinbar unbegrenzt geworden. Und wann sonst wird nochmal genug Zeit sein, um diese Erfahrungen mitzunehmen? Wer nicht plant auszuwandern, sollte seine Chancen jetzt nutzen, nach dem Ausstellungsprogramm der "Wege ins Ausland"-Messe zu urteilen, dürfte für jeden die richtige Art des Auslandsaufenthaltes zu finden sein.

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