Campus International: Dubioses Online-Portal für Auslandsinteressierte.

|
|
Seit kurzer Zeit findet man im Internet eine Plattform namens Ready Study Go. Es handelt sich hierbei um eine Webseite zum Thema „Studieren im Ausland“. Nichts wirklich Aufregendes, wenn man sich vor Augen hält, dass es schon seit geraumer Zeit Webseiten wie college-contact.com oder karriere-im-ausland.de gibt, die sich dem selben Thema angenommen haben.
Was Ready Study Go aber bietet, ist ein fesches Design in bunter Pixel-Optik, das im Gegensatz zu den anderen, eher funktionalen Portalen visuell heraussticht. Das trendige Layout kann aber leider nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der Seite allerorts die Inhalte fehlen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man einen näheren Blick auf das Konzept und die Verantwortlichen der Seite legt. Hinter der Seite steht die Firma EDU-CON, die auch „Portale“ wie derberufsberater.de, studienberater-medizin.de, studienberater-psychologie.de betreibt.
Alle dieser Seiten haben ein paar Sachen gemeinsam: Neben überschaubaren Informationen gibt es verschiedenste Verweise auf das Community-Forum „EDU.PORT“, bei dem sich die Benutzer, nachdem sie sich registriert haben, Fragen rund um den Auslandsaufenthalt gegenseitig beantworten können. Es ist also gar nicht so sehr das Anliegen der Verantwortlichen die Benutzer unabhängig und umfassend zu informieren. Vielmehr gehen die Betreiber den heutzutage einfachsten Weg: Eine Plattform programmieren und den Benutzern die Arbeit überlassen.
Es gibt aber noch andere Sachen, die bei den genannten Webseiten ins Auge stoßen. Die Verweise leiten den Surfer nicht nur auf EDU.PORT weiter. Zusätzlich stößt man über eine Vielzahl von Links auf Webseiten, die das Studieren insbesondere in unserem schönen Nachbarland Holland bewerben. Es sei nur kurz angemerkt, dass das Studium beispielsweise an der Universiteit Utrecht nicht gerade kostengünstig ist. Da bleibt die Frage offen, wie unabhängig der Betreiber mit seinem „Informationsportal“ Ready Steady Go, aber auch mit seinen weiteren Webseiten agiert?
Nicht zuletzt gibt es auf den zahlreichen Seiten, welche die Firma EDU.CON betreibt, das nette Angebot doch alle offenen Fragen per Kontaktformular an die Betreiber zu schicken, welche auf jeden Fall umgehend beantworten werden. Ob es danach Post aus den Niederlanden, von EDU.CON oder gar einer weiteren Firma hagelt ist bisher nicht bekannt. Aber wer würde das schon ausprobieren, wo doch die Betreiber die Benutzer mit der notwendigen Angabe von Fax und Telefonnummer von einer Kontaktaufnahme abschrecken?
Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, ob er die „Angebote“ der beschriebenen Webseiten nutzen möchte. Ob es aber wirklich vorteilhaft ist, seine Daten einer Firma auszuhändigen, die im Internet den Begriff „human capital“ in ihre Unternehmens-Präsentation einbaut, das ist und bleibt fragwürdig.
Autor: Holger Vieth / Foto: Uwe Schwarz (www.pixelio.de) / 19.08.2009 | Artikel drucken |